"Die Spielzeit 2020/21 hat nicht stattgefunden"

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Die Tischtennisspieler packen ihre Sachen, die Serie ist beendet. Einige Vereine hoffen trotzdem, dass noch etwas geht.

Annaberg-Buchholz.

Bedauern ja, Überraschung nein: So in etwa lässt sich die Reaktion der Verantwortlichen auf den Abbruch der Saison 2020/2021 im Tischtennis zusammenfassen. "Im Endeffekt halte ich das für die richtige und einzig logische Entscheidung. Für unser Oberliga-Team ist es nicht weiter schlimm, aber für unsere zweite Mannschaft sehr schade, da sie den Aufstieg in die Sachsenliga nicht mehr anpeilen kann", sagt der für den TTC Lugau spielende Tannenberger Leon Schubert. Sein Vereinschef André Carlowitz hätte gern weitergespielt. "Ich bin total enttäuscht. Aber das ist einfach höhere Gewalt und wir müssen sie akzeptieren", sagt er. Der Aufsteiger hatte sich in der Oberliga mehr als wacker geschlagen und lag nach dem letzten ausgetragenen Spieltag auf Platz 3 im Elferfeld.

Mitte vergangener Woche hatte zunächst der Deutsche Tischtennis-Bund den Abbruch von der 2. Bundesliga bis zur Oberliga bekanntgegeben. Der Sächsische Tischtennisverband zog tags darauf nach und annullierte sämtliche Ergebnisse in seinen Spielklassen. Dabei machten es sich die Verantwortlichen keineswegs leicht. "Bis zuletzt hatten wir gehofft, dass die im November favorisierte Einfachrunde zu Ende gespielt werden kann", betonte der sächsische Verbandspräsident Thomas Neubert. Aber aufgrund eines fehlenden klaren Stufenplanes der Bundes- und Landesregierung, ab wann Hallensport wieder möglich ist, sei der Schritt letztlich unausweichlich gewesen.

Die geringe Zahl an noch verbleibenden Terminen bis Ende Mai sei für einen geordneten Ligenbetrieb nicht mehr ausreichend, hieß es weiter. "In der Wahrnehmung bedeutet dies: Die Spielzeit 2020/21 hat nicht stattgefunden", so Neubert. Auf- und Absteiger wird es nicht geben - die kommende Saison soll in denselben Zusammensetzungen wie die abgebrochene ausgespielt werden. Offen bleibt dagegen die Zukunft aufgeschobener Ranglistenturniere. "Deren Aussetzung verlängern wir bis einschließlich 31. März", erklärt Neubert.

Beim TTC Annaberg kam die Botschaft indes ebenfalls nicht unerwartet an. "Durchweg bedauern wir den Saisonabbruch, sehen darin aber die beste Lösung im Sinne der Gesundheit und der Chancengleichheit", sagt Vereinschef Mike Bergelt. Weniger ausgeprägt ist das Verständnis bei Rudi Pfüller, dem langjährigen Tischtennis-Abteilungsleiter des TSV Elektronik Gornsdorf. "Für uns ist das richtig blöd, denn wir waren auf einem guten Weg, was die direkte Rückkehr in die Oberliga anbelangt", sagt er.

Auf eine Rückkehr an die Platten hoffen derweil doch noch die Mitglieder des TSV Grün-Weiß Mildenau. Nach der Absage des Festes zum 750-jährigen Bestehen des Ortes sowie der traditionellen Schneidbrettmeisterschaft zum Jahresende sollen zumindest das Oldie-Doppelturnier Ü 100 bis 130 sowie das Nichtaktiventurnier des Erzgebirgskreises über die Bühne gehen, die der Verein für den 28. und 29. Mai plant. "Wir wären bereit" - so steht es Gelb auf Lila auf der Vereinshomepage. "Aber alles ist mit dicken Fragezeichen versehen", betont Vereinschef Achim Nestler. Fragezeichen gibt es zudem in Thum, wo ebenfalls im Mai die 45. Stadtmeisterschaft ausgetragen werden soll. Geplant war diese bereits fürs Vorjahr, fiel allerdings dem Coronavirus zum Opfer. Nun wieder? (mit jüw)

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