EM-Debüt auch ohne Sieg ein Erfolg

Für Erik Löser war die Junioren-Europameisterschaft in Spanien vorzeitig beendet. Dennoch kehrt der Ringer des RSK Gelenau mit einem positiven Gefühl heim.

Pontevedra/Gelenau.

Wer Erik Löser in die Augen schaut, kann kaum glauben, dass dieser junge Mann gerade mit viel Pech in der ersten Runde seines bislang wichtigsten Wettkampfes gescheitert ist. 1:2 hieß es nach einem packenden Duell mit mehreren schwierigen Entscheidungen, die der Kampfrichter auf der Ringermatte im spanischen Pontevedra zu treffen hatte. Nach nur sechs Minuten war die Junioren-Europameisterschaft für den 20-Jährigen vom RSK Gelenau, der im Limit bis 72 Kilogramm angetreten war, schon wieder vorüber. Doch statt Frust zu schieben, schaut Erik Löser eher stolz drein. Gegen den bis dato amtierenden Europameister nur hauchdünn zu verlieren, ist schließlich keine Schande, sondern vielmehr eine starke Leistung.

"Ich dachte immer, da kommt noch etwas von ihm", sagt Erik Löser über seinen Fight gegen Ulvu Ganizade. Dem bulligen Aserbaidschaner, der es im Vorjahr zu Gold gebracht hatte, fiel gegen den jungen Erzgebirger allerdings nicht viel ein. Nur mit Glück lag der Favorit zur Pause 2:0 vorn. "Einmal hat er ihn aus der Zone geschoben. Die andere Eins erhielt der Gegner wegen einer Passivitätsverwarnung für Erik", berichtet Vater Jan Löser, der am Mattenrand schwitzend mitfieberte. Auch er hatte vom Vorjahressieger mehr erwartet. Doch der Respekt wich schon bald der Hoffnung, dass in diesem Duell vielleicht doch eine Überraschung möglich ist.

Tatsächlich war der RSK-Athlet in der zweiten Runde aktiver und punktete seinerseits durch eine Passivitätsverwarnung für Ganizade. Es folgte eine heiß diskutierte Szene. "Erik hat einen Armdrehschwung gezogen, und sein Gegner kam geflogen", so der Vater. Allerdings landete der Aserbaidschaner nicht in der gefährlichen Lage, weshalb der Referee keine Wertung gab. Somit blieb es letztlich bei der knappen Niederlage, die Jan Löser dennoch stolz machte: "Es war ein sehr spannender Kampf. Erik hat gezeigt, dass er auch auf dieser hohen internationalen Ebene sehr gut mithalten kann."

Noch war der Traum von einer Top-Platzierung ja auch nicht ganz geplatzt. Hätte Ulvu Ganizade erneut das Finale erreicht, wäre trotz Hammerlos über die Hoffnungsrunde sogar noch Bronze für Erik Löser möglich gewesen. "Aber leider hat er dann gegen einen Kämpfer aus Russland verloren", berichtet Jan Löser, der seinen "Urlaub" dennoch genoss. Spanische Strände sah er zwar nicht, dafür aber "viele interessante Kämpfe". In denen hielten die deutschen Kämpfer erstaunlich gut mit, wobei Patrick Neumaier mit seiner Silbermedaille für das Highlight im griechisch-römischen Stil sorgte. "Die Jungs sind von Trainer Maik Bullmann top vorbereitet worden", so die Einschätzung von Jan Löser.

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