Heiße Rennen bei kalten Temperaturen

Zum 70. Mal hat der MSC Lugau einen internationalen Motocross ausgerichtet. Auf dem Programm standen diesmal gleich sechs Rennen in drei Klassen, wobei der Nachwuchs in den Fokus rückte.

Lugau.

Die einzige Wetterkonstante waren die kalten Temperaturen um die fünf Grad. Ansonsten bot Petrus beim 70. Internationalen ADAC Motocross des MSC Lugau am Sonntag nahezu alles aus seinem Repertoire: Sonnenschein, bewölktem Himmel und sogar leichten Schneefall. All das hielt die insgesamt 78 Offroader nicht davon ab, vor einem begeisterten Publikum heiße Kämpfe um Punkte in gleich drei Klassen der Deutschen Meisterschaft zu liefern: DM open, DM 125 und DM 85 Kubikzentimeter.

Aus regionaler Sicht rückte vor allem der Nachwuchs der Deutschen Motorsport-Jugend (DMSJ) in den Fokus. Die Fahrer der Klasse bis 85 Kubikzentimeter bestritten dabei ihre Auftaktveranstaltung im Erzgebirge, da der MC Moorgrund (Wartburgkreis/Thüringen) sein Prädikat zurückgegeben hat. So wurde der Startschuss ins DM-Jahr für Tom Landgraf zum Heimspiel. Allerdings ging der Neuwürschnitzer mit durchaus gemischten Gefühlen in die beiden Wettkämpfe. "Lugau gehört mit seinem Streckenprofil nicht gerade zu meinen Lieblingskursen", sagte der Zwölfjährige. So verliefen dann auch die Starts. Der Erzgebirger nahm die Rundenhatz jeweils von einer hinteren Position auf. Respekt nötigte aber sein großer Kampfgeist ab. Im ersten Durchgang startete der Schüler eine tolle Aufholjagd und fuhr noch auf Platz 12 vor. Mit dem 13. Rang im zweiten Umlauf bestätigte er sein Resultat. "Natürlich wollte ich weiter vorn landen, aber es lief nicht so richtig. Letztlich war es auch eine Frage der Kondition", sagte Tom Landgraf, der bereits mit vier Jahren seine motorsportliche Laufbahn begann. "Das war auf einem Quad in unserem großen Garten", erinnert sich Vater Ringo Landgraf. Danach durchlief der Sohnemann die Klassen 50 und 65 Kubikzentimeter, wurde unter anderem Sachsenmeister und Dritter bei der LVMX-Nachwuchsserie. Über den größten Erfolg freute sich der junge Motorsportler gleich doppelt, denn beim Bundesendlauf in Templin gab es zum Siegerpokal noch eine 65er-Maschine obendrauf. Allerdings rätselt jetzt die Familie, wie es genau weitergeht. "Tom ist in einem Alter, in dem wir mit einem Wachstumsschub rechnen müssen. Daher müssen wir etwas abwarten, in welcher Klasse er künftig starten wird", sagt Ringo Landgraf. Auf alle Fälle aber sei die ADAC-Masters-Serie das Ziel. Zunächst soll Tom Landgraf noch in diesem Jahr bei zwei bis drei Veranstaltungen teilnehmen und sich dort für die Rennen qualifizieren. "Es geht erst mal darum, dass er zeigt, dass er den Speed dort mitgehen kann. Im nächsten Jahr wollen wir dann je nach der körperlichen Entwicklung richtig angreifen und vorn dabei sein", gibt Ringo Landgraf die Marschrichtung vor.

Wie in der Klasse bis 85 ccm ging auch im Nachwuchslimit 125 ccm an der Spitze die Post so richtig ab. Dort war mit Justin Trache ein Chemnitzer dabei, der von den rund 1500 Zuschauern schnell zum Publikumsliebling auserkoren war. Trache hatte sich vor den Rennen optimistisch gezeigt: "Ich will natürlich gewinnen", sagte er selbstbewusst. Mit seinen Starts war der 16-Jährige zwar nicht zufrieden, doch pflügte er mit einer starken Vorstellung durchs Feld und fuhr noch auf die Ränge 2 und 3 nach vorn.

Der MSC Lugau präsentierte sich unterdessen wie gewohnt als perfekter Ausrichter mit einer sehr guten Organisation. 25 Mitstreiter stellte der MSC selbst, die gleiche Anzahl kam von befreundeten Vereinen und anderen freiwilligen Helfern zusammen. "Ohne sie könnten wir solche Veranstaltungen nicht stemmen", lobte Vereinschef Ole Stark, der wiederum fast verletzungsfreie Rennen konstatieren konnte. "Es gab nur kleinere Blessuren"

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