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Im Sommer die Loipe genossen

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Ein außergewöhnlicher Wettkampf in Geyer hat rund 145 Wintersportler aus dem Nachwuchs fasziniert. Dank einer speziellen Textilmatte konnten sie auf Ski ihre Kräfte messen.

Geyer.

Schon allein die Aussicht, nach monatelanger Corona-Pause mit der Junior Trophy Erzgebirge wieder eine Wettkampfserie bestreiten zu können, hat bei zahlreichen Wintersportvereinen der Region große Freude geweckt. Doch am Wochenende wurde die Begeisterung auf ein neues Level gehoben, denn in Geyer wartete eine besondere Herausforderung auf die 5 bis 14 Jahre alten Starter. Mitten im Sommer durften sie an der zweiten Trophy-Station ihre Ski anschnallen und in die Loipe gehen.

Egal, ob Regen am Freitagabend oder Sonnenschein am Wochenende: "Alle Teilnehmer waren riesig begeistert", berichtet René Schumacher vom gastgebenden SSV Geyer. Der Leiter des Rechenbüros und seine Mitstreiter hatten eine textile Loipe ausgelegt, um "Mr. und Mrs. Snow" zu ermitteln. So hieß der Duathlon, bei dem in der klassischen Technik eine Ski- und danach zu Fuß eine Crosslauf-Strecke zu meistern waren. Dabei bestand die Loipe aus weißen Matten, mit der eine Chemnitzer Firma das Ski-Training während der warmen Jahreszeit revolutionieren könnte.

"Der Untergrund lässt sich sicher nicht mit Schnee vergleichen, aber er ermöglicht im Sommer ein recht anspruchsvolles Ski-Training", sagt Regionaltrainer Nick Fritzsch, der den textilen Untergrund bereits von der Oberwiesenthaler Sportschule kennt. Dort wird das Material schon länger für Übungszwecke genutzt. Nun lernten es jüngere Sportler kennen - samt den damit verbundenen Herausforderungen. "Man muss technisch richtig sauber laufen, um gut vorwärts zu kommen. Und es kostet extrem viel Kraft", so Fritzsch.

Obwohl die Geschwindigkeit deutlich geringer ist als auf echtem Schnee und auch der eine oder andere Sturz nicht ausblieb, war den Kindern und Jugendlichen die Euphorie anzumerken. "Man ist ziemlich langsam. Aber allein das Gefühl, im Sommer auf Ski steigen zu können, ist mega", brachte es die 13-jährige Lucienne Schöne vom ATSV Gebirge/Gelobtland auf den Punkt. Auch viele Übungsleiter berichteten, dass die Vorfreude deutlich größer war als bei herkömmlichen Crossläufen, die sonst in dieser Jahreszeit anstehen. Und auch Fritzsch blieb Tatendrang und Ungeduld nicht verborgen: "Schon beim Einlaufen waren die Starter kaum von den Matten runter zu bekommen."

Zum Flair trugen auch die gelockerten Corona-Regeln bei. Wurde zum Trophy-Auftakt der Steinkuppencrosslauf in Holzhau noch individuell absolviert, so durften diesmal alle Vertreter eines Vereins gemeinsam ins Wettkampfareal an den Eric-Frenzel-Schanzen. Dass von Freitagabend bis Sonntagnachmittag jeder der 23 Vereine ein Zeitfenster erhalten hatte, sorgte zwar beim SSV Geyer für immensen Aufwand. Doch René Schumacher und seine Kollegen nahmen das gern in Kauf. "Die Strapazen haben sich auf jeden Fall gelohnt, zumal solche textilen Loipen im Wintersport sicherlich eine Zukunft haben", sagt der Mitorganisator, der sich auch in Geyer solch eine Ausrüstung wünscht. "Schnee den Kindern künstlich zu präsentieren, darin sehe ich eine Chance. Sie werden sich an der Herausforderung reiben und versuchen, besser zu werden", findet auch der DSV-Nachwuchsbeauftragte im Skilanglauf, Lutz Hänel, der zeitweise vor Ort war. (mit ritz)

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