Junge Mädels von ihren Idolen begeistert

Der Mixed-Team-Wettbewerb feierte beim Sommer-Grand-Prix der Nordisch Kombinierten in Oberwiesenthal eine gelungene Premiere. Am Sonntag wirbelte der Wind alles durcheinander.

Oberwiesenthal.

Jenny Nowak, Vinzenz Geiger, Maria Gerboth und Eric Frenzel lagen sich in den Armen. Hinter Deutschland II mit Fabian Rießle, Emily Schneider, Cindy Haasch und Terence Weber (SSV Geyer) kamen die vier Erstgenannten als Team eins der Gastgeber auf Platz sechs ins Ziel. Für einen Medaillenplatz hatte es also bei der Premiere des Mixed-Team-Wettbewerbs in Oberwiesenthal nicht gereicht. Es gewann Italien vor Norwegen und Russland.

Aber irgendwie schien es sich für die vier deutschen Starter doch gut anzufühlen. Vinzenz Geiger war begeistert: "Es ist reizvoll. Etwas ganz anderes für uns. Gerade durch die Mädels sind andere Nationen dabei, da wird alles ganz schön durcheinandergewirbelt." Eine Prognose, wie dieser erste gemischte Teamwettbewerb ausgehen würde, hätte man nicht wagen können. Gerade auch weil der Altersunterschied zwischen den einzelnen Nationen schon bemerkenswert ist. Jenny Nowak (SC Sohland), die am Stützpunkt in Klingenthal trainiert, und Maria Gerboth (WSV Schmiedefeld) sind auch erst 17 Jahre alt.

Erstgenannte kam am Sonnabend aus dem Strahlen gar nicht heraus. Sie machte auch kein Geheimnis daraus, dass sie mächtig stolz darauf ist, mit ihrem großen Vorbild in einem Team gestartet zu sein: "Es ist auf jeden Fall ein schönes Erlebnis." Schon während ihrer Kinder- und Jugendzeit schaute sie gern zu Frenzel auf. "Als ich noch kleiner war, war er oft bei der Siegerehrung beim Sachsenpokal. Da habe ich ihn zum ersten Mal gesehen", berichtete Jenny Nowak. Neben seinem sportlichen Können schätzt sie ihn für seine Bodenständigkeit, die ihn trotz aller Erfolge hat nicht abheben lassen. Sie freut sich zudem schon sehr auf die nächste Station des Sommer-Grand-Prix. Dienstag und Mittwoch geht es auf ihre Heimschanze nach Klingenthal.

Abheben wollte auch Maria Gerboth nicht: "Es ist schon eine Ehre, bei diesem Wettbewerb gleich im ersten deutschen Team zu starten", meinte sie, nachdem sie den Wechselgarten nach dem Lauf verlassen hatte. "Aber ich denke, dass ich mir das durch den vergangenen Winter und jetzt auch durch die Trainingssprünge verdient habe." Im Team von Olympiasieger Eric Frenzel zu starten, war ein zusätzlicher Ansporn. "Wenn man mit den großen Jungs starten darf, schaut man sich auch viel bei ihnen ab und versucht noch besser zu sein." Ein Teamwettbewerb motiviere immer ganz besonders. Ein bisschen haderte sie mit der Laufstrecke, denn diese Runde quer durch Oberwiesenthal hatte es ganz schön in sich: Anstiege, Abfahrten und dann Kopfsteinpflaster. "Da musste zwar jeder drüber, aber das war schon nicht so angenehm."

Von der Strecke zeigte sich auch Eric Frenzel überrascht: "Ich war sehr erschrocken, als es hieß, die Wahl fällt auf diese Runde." Er wäre viel lieber die "Alte" gelaufen, die allerdings aufgrund des schlechten Straßenzustandes auf dem Markt nicht infrage kam. "Auf dem Kopfsteinpflaster denkt man, die Füße fallen einem bald ab. Von daher hoffe ich sehr, dass die Straßen in Oberwiesenthal wieder schnell gemacht werden."

Die Premiere des Mixed Wettbewerbs sah der mehrfache Weltmeister vom SSV Geyer als gelungen an. "Die Mädels waren schon sehr nervös. Doch sie haben diese Challenge mit Bravour gemeistert", lobte er seine Mitstreiterinnen. Er freute sich zudem, dass mit Italien und Russland zwei Nationen auf dem Podest standen, die schon lange in der Nordischen Kombination verwurzelt sind. "Beide Länder hatten in den letzten Jahren viele Schwierigkeiten. So ist das eine tolle Geschichte und ein toller Ausgang", meinte Eric Frenzel. Schlüsse für die Saison allerdings lässt dieser Wettbewerb noch gar nicht zu. Durch die Sommervorbereitung sei er gut und vor allem verletzungsfrei gekommen.

Am Sonntag wirbelte der Wind das Programm durcheinander. Für die Einzelwettbewerbe musste so der Provisorische Wettkampfsprung vom Freitag herangezogen werden. Jenny Nowak hatte nochmals Grund zum Strahlen, denn sie erkämpfte bei den Damen Bronze hinter Stefaniya Nadymova aus Russland und Tara Geraghty-Moats aus den USA. Bei den Herren siegte der Japaner Akito Watabe vor dem Österreicher Franz-Josef Rehrl und seinem Bruder Yoshito. Bester Deutscher war Jakob Lange (Kiefersfelden) auf Platz 12 direkt vor Fabian Rießle (Breitnau) und Eric Frenzel.

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