Junge Weitenjägerinnen im WM-Fieber

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Drei Skispringerinnen aus dem Erzgebirge werden bei der Junioren-WM in Lahti an den Start gehen. Zwei davon kommen vom SV Zschopau.

Zschopau.

Gähnende Leere herrscht derzeit auf der Schanzenanlage des SV Nordisch/Alpine Zschopau. Als wäre die Nachwuchssuche allein nicht schon schwer genug, hat Corona den Trainingsbetrieb komplett lahmgelegt. Und doch hat Trainer Achim Schaale Grund zur Freude, denn bei der anstehenden Junioren-Weltmeisterschaft in Finnland sind mit Lia Böhme und Pia Lilian Kübler gleich zwei seiner Schützlinge dabei. Beide trainieren am Bundesstützpunkt in Klingenthal und konnten sich für diesen Saisonhöhepunkt empfehlen. Dank Selina Freitag (SG Nickelhütte Aue), die zum Stützpunkt in Oberstdorf gehört, ist das Erzgebirge sogar mit einem Trio vertreten, wenn am 10. Februar in Lahti die Einzel- und zwei Tage später die Team-Medaillen vergeben werden.

"Der Name verpflichtet", sagt Achim Schaale über die Schwester von Richard Freitag. Das riesige Potenzial der gebürtigen Erlabrunnerin liege im eisernen Willen - und in der Geschwindigkeit. "Da macht die Sitzposition viel aus", so die Einschätzung des Zschopauer Trainers, der Selina Freitag eine Top-Platzierung zutraut. In erster Linie wird er aber natürlich den jungen Damen aus seinem Verein die Daumen drücken. Dabei ist Pia Lilian Kübler, von allen nur Lilly genannt, die erfahrenere Starterin. Wie Selina Freitag war auch sie schon vor einem Jahr bei der Junioren-WM in Oberwiesenthal dabei. Beim Heimspiel gelang der 18-Jährigen der Sprung aufs Podest, als sie mit der deutschen Mannschaft Bronze gewann.

Ob für die Sechste der deutschen Junioren-Meisterschaft, die im internationalen Fis-Cup zuletzt die Ränge 9 und 18 belegte, Edelmetall erneut in greifbarer Nähe liegt, darauf will sich Schaale nicht festlegen. Zu dominant wirke aktuell die Konkurrenz aus Norwegen, Österreich und Slowenien. "Auch die Russinnen darf man nie unterschätzen", sagt der Trainer, der zudem auf die schwierige Vorbereitung verweist. Am Stützpunkt ging wenig, sodass die beiden SV-Starterinnen sich viel zuhause mithilfe von individuellen Plänen erarbeiten mussten.

Für genügend Kraft sollte gesorgt sein. Sprungpraxis boten aber nur die Kader-Lehrgänge, zu denen auch Lia Böhme vom DSV eingeladen wurde. Keine Selbstverständlichkeit, denn mit 15 Jahren gehört sie zu den Jüngsten. Den Jens-Weißflog-Nachwuchsförderpreis 2020 erhielt sie aber nicht umsonst. Mit sechs Tagessiegen ließ sie die Konkurrenz im Deutschlandpokal klar hinter sich, obwohl die meisten Starterinnen älter waren. Auch jetzt in Lahti geht es gegen erfahrenere Sportlerinnen, doch Lia Böhme stört das wenig. "Sie springt einfach ihren forschen Stil", sagt Schaale in Anspielung auf die Unbekümmertheit der jungen Hoffnungsträgerin, die bei internationalen Vergleichen schon mehrfach das beste Ergebnis aus deutscher Sicht erreichte.

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