Kreisliga-Torhüter gelingt gegen Profi unvergessliche Parade

Das Fußball-Testspiel VfB Grünhain-Beierfeld gegen FC Erzgebirge Aue am Freitag ist nicht nur wegen der 23 Treffer des Zweitligisten sehenswert gewesen. Am Sonnabend bezwangen die Veilchen den Halleschen FC 3:2.

Beierfeld/Aue.

Er und sein Team haben 0:23 verloren, doch Andreas Wagner wird diesen Abend für immer in guter Erinnerung behalten. Dem 28-Jährigen vom VfB Grünhain-Beierfeld ist am Freitag etwas geglückt, das wohl die wenigsten Kreisliga-Fußballer vorweisen können: Er parierte den Strafstoß eines Zweitliga-Profis.

Es war die 33. Minute des Freundschaftsspiels im Beierfelder Stadion am Spiegelwald, und der gastgebende Außenseiter lag bereits 0:8 zurück, als mit Albert Bunjaku ein Routinier für die Veilchen zum Elfmeter antrat. Doch der 34-Jährige fand im VfB-Keeper seinen Meister, was die fast 1100 Zuschauer mit Jubel und Applaus belohnten. "Das ist natürlich überragend gewesen. Ein sehr schönes Gefühl", kommentierte Wagner später die Szene, die ihn auch ein wenig darüber hinwegtröstete, dass er ansonsten so oft machtlos gegen die Abschlussaktionen der Auer war. Allein Bunjaku haute dem Grünhainer, der alles versuchte und noch einige weitere tolle Paraden zeigte, den Ball siebenmal ins Netz.

"Das Ziel lautete eigentlich maximal 20 Gegentore. Da waren 13 bis zur Pause schon etwas viel", räumte Wagner ein, der früher gar nicht zwischen den Pfosten stand. Dass er zum Torhüter wurde, sei eher aus der Not geboren gewesen. Als nach gut einer Stunde für Wagner Nachwuchskeeper Jan-Torben Milhahn ran durfte, führte der Zweitligist 16:0, und der Ausgewechselte machte sich auf der Bank so seine Gedanken, wie das Endergebnis wohl ausfällt. "Unter 20 Gegentoren werden wir wohl nicht bleiben. Nun hoffe ich mal, es werden maximal 25."

Jan-Torben Milhahn tat alles dafür, dass der VfB dies schaffte. Der junge Torwart, der nach eigenen Worten gerade von den A-Junioren in die zweite Männervertretung hochgerückt ist, warf sich den he-ranstürmenden Profis mutig entgegen. So mutig, dass er sich kurz vor Schluss wieder auswechseln lassen musste, nachdem er einen Schuss aus Nahdistanz voll in die Bauchgegend bekommen hatte. So war es dann Elfmeterheld Wagner, dem Nicolai Rapp kurz vorm Abpfiff den 23. und letzten Treffer einschenkte.

Wagner konnte es verkraften, nahm nach der Partie lächelnd Komplimente für den parierten Strafstoß und seine gute Leistung entgegen. Schließlich hatte er ja keinen wirk-lichen Fehler gemacht. "Und es ist einzigartig, vor so einer Kulisse und gegen so eine Mannschaft zu spielen", sagte der 28-Jährige, der - wenn er nicht selbst auf dem Rasen steht - gerne Partien des FC Erzgebirge Aue und des FC Bayern München im Stadion verfolgt.

Insgesamt durfte der VfB Grünhain-Beierfeld mit dem Abend zufrieden sein. Zumal trotz WM-Viertfelfinale sogar ein paar Fans mehr kamen als zum sportlich sicher deutlich interessanteren Test der Veilchen am Sonnabendnachmittag im Erzgebirgsstadion gegen den Drittligisten Hallescher FC. Da sahen 1035 Zuschauer einen 3:2-Sieg (2:1) des FCE. Rückkehrer Jan Hochscheidt (6.) und Probespieler Patrick Breitkreuz (27.) brachten Aue 2:0 in Führung. Marvin Ajani (30.) und Mathias Fetsch (48.) glichen aus. Clemens Fandrich (70.) traf zum 3:2.

Trainer Daniel Meyer ist mit dem bisherigen Verlauf der Saisonvorbereitung zufrieden. "Wir haben vieles ausprobiert und viele richtig gute Ansätze gesehen. Wir sind guter Dinge." Für die aktuelle Phase sei alles in Ordnung. "Insgesamt nehmen wir viele Dinge mit, die wir im Trainingslager bearbeiten können." Mehr dazu und auch zu personellen Dingen lesen Sie weiter hinten in dieser Sportbeilage.

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