"Mein Vater lässt mich machen"

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Tristan Sommerfeldt ist der jüngste Starter, den Deutschland zur Junioren-WM im Skisport schickt. Aber der läuft nicht allein in den Spuren des Papas.

Oberwiesenthal.

Sommerfeldt, da war doch was. Ja, René, der erste deutsche Gesamtweltcupsieger im Skilanglauf. Jetzt taucht erneut ein Sommerfeldt in den Listen auf - und dem Filius wird viel zugetraut. "Ein außergewöhnliches Talent", sagt Frank Erlbeck. Er sollte es wissen, hat er doch als Trainer bereits Eric Frenzel auf den Olymp geführt. Und jener Nordische Kombinierer ist natürlich das Vorbild schlechthin für Tristan Sommerfeldt, der jetzt bereits im zarten Alter von 16 Jahren zur Junioren-Weltmeisterschaft darf. Er ist der Jüngste im 39-köpfigen deutschen Aufgebot.

"Zweifellos eine Ehre", sagt Erlbeck. "Aber Tristan hat sich qualifiziert und sogar schon Punkte im Continentalcup gesammelt", lobt er den Zehntklässler des Oberwiesenthaler Sportgymnasiums. Der stand schon mit zwei, drei Jahren auf Skiern. "Mit fünf war ich dann bei Reiner Köhler im Skispringen und bei Dagmar Höfling im Langlauf." Beides hat Spaß gemacht, "aber Langlauf war mir allein zu eintönig und Skispringen auch". Logische Konsequenz: Nordische Kombination. Offenbar eine richtige Entscheidung, wie seine Siege im Deutschen Schülercup und später im Deutschlandpokal belegen. Was zu tun ist, um noch Größeres zu erreichen, sieht er manchmal direkt. "Zwar ist er oft unterwegs, aber es gibt schon Einheiten, in denen ich mit Eric Frenzel zusammen trainiere", erklärt der Youngster, der ähnlich hohe Ziele ansteuert. "Bis dahin ist es noch ein langer Weg", ist dem 16-Jährigen jedoch klar.

Jetzt schon Erfahrungen bei internalen Meisterschaften sammeln, kann aber kein Fehler sein. Überdinge erwarten der Athlet und sein Trainer allerdings nicht. "Die Konkurrenz ist bis zu vier Jahre älter und bei der JWM in Finnland starten Leute aus dem Weltcup. Für Tristan ist es schon gewaltig, dass er sich qualifiziert hat", betont Erlbeck. Der Trainer attestiert seinem Schützling die "läuferischen Gene des Vaters" und eine "gewisse Ausgebufftheit". Und der Schützling muss keine "familiären Repressalien" befürchten: "Mein Vater lässt mich machen", sagt er.

Vielleicht zeigt er beides in Lahti, wo die Kombinierer vor der JWM noch einen Continentalcup-Wettbewerb austragen. Deshalb fliegen sie bereits am Donnerstag nach Skandinavien. Um Medaillen geht es für sie dann ab dem 9. Februar.

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