Nervös, aber in zwei Fällen sehr erfolgreich

Leichtathletik, Deutsche Meisterschaft: Nela Herzog und Larissa Stiehler gewinnen in Wattenscheid Silbermedaillen

Wattenscheid.

Statt die Sommerferien zu genießen, ist für einige Nachwuchssportler des LV 90 Erzgebirge in den vergangenen Wochen intensives Training angesagt gewesen. Diese Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft der U-16-Leichtathleten im Bochumer Stadtteil Wattenscheid sollte sich lohnen, denn am Ende standen gute Ergebnisse zu Buche. "Mit zwei Medaillen sind wir hoch zufrieden, auch wenn es beinahe drei geworden wären", bilanziert Trainer Jens Hoyer. Mit Nela Herzog und Larissa Stiehler stellte sein Verein zwei Vizemeisterinnen.

"Vor allem Nela war die Nervosität anzumerken", berichtet Hoyer. Doch sein Tipp trug Früchte: "Ich habe ihr gesagt, sie soll einfach alles machen wie immer." In dem großen Stadion, wo einst die SG Wattenscheid in der 1. Fußball-Bundesliga gespielt hatte, gelang mit 11,27 Metern ein solider erster Versuch im Dreispringen. "Damit war sie schon mal sicher vorn dabei, sodass sie nun mehr Risiko eingehen konnte", sagt der Trainer. Prompt folgte die Steigerung auf 11,59 Meter - der Wert, der letztlich mit Silber belohnt wurde. Der Rückstand auf Platz 1 betrug nur fünf Zentimeter, doch auch die Verfolgerinnen lagen nur wenige Zentimeter dahinter. Außerdem darf sich die 15-Jährige nun über den Bundeskaderstatus freuen. "Jetzt wird sich zeigen, ob der Weg in den Leistungssport führt oder nicht. Das Talent hat Nela auf jeden Fall", sagt Hoyer, der selbst Nachwuchs-Bundestrainer der U-20-Dreispringerinnen ist.

Für Larissa Stiehler hat es nicht ganz für den Bundeskaderstatus gereicht, doch auch die Stollbergerin freute sich im Ruhrgebiet riesig über ihr Abschneiden. Schließlich war sie als Siebente der Diskus-Bestenliste angereist. "Doch an diesem Tag haben andere geschwächelt", sagt Wurf-Trainer Christian Sperling: "Larissa war die einzige, die an ihre Bestleistung herankam." 36,69 Meter bedeuteten sogar bis zum letzten Durchgang die Führung. Obwohl die Favoritin dann noch vorbeizog, strahlte die LV-90-Athletin übers ganze Gesicht. Und den Bundeskader hat Sperling nicht abgeschrieben: "In den kann sie sich auch später noch reinwerfen."

Enttäuschung pur war dagegen im Gesicht von Steven Richter abzulesen. Mit 17,14 Metern verfehlte der Gelenauer im Kugelstoßen Bronze um sieben Zentimeter. Nur 16 Zentimeter mehr und er wäre Vizemeister geworden. Doch am Ende blieb der 4. Platz, weil er deutlich unter seiner Bestleistung (18,06 m) blieb. Womöglich auch deshalb, weil es laut Sperling der erste Wettkampf auf ganz großer Bühne war. "Da ist man beeindruckt von der Kulisse", sagt der Coach: "Auch die Abläufe sind ganz anders. Der Aufruf erfolgt schon eine Stunde vor dem Wettkampf. Es gibt beim Einstoßen aber nur zwei Versuche, und die Trainer sind weit weg." Damit musste Richter im Diskuswerfen ebenso zurecht kommen (13./48,91 m). Dort verfehlte er das Finale - ebenso wie Axel Sven Gerlach über 300 Meter und die 4x100-Meter-Staffel (6./Vorlauf). Pech hatte die Mädchen-Staffel, die im Finale wegen eines vermuteten Wechselfehlers aufgab. "Dabei war alles okay", so Hoyer. (anr)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...