Personelle Engpässe mindern Chancen im Saisonendspurt

Für die Fußballerinnen aus Gebirge/Gelobtland und Venusberg geht es um den Einzug ins Finale der Meisterrunde. Doch Ausgerechnet jetzt muss einer der Trainer improvisieren.

Marienberg/Venusberg.

Nicht nur in der Fußball-Champions-League dreht sich derzeit alles ums Halbfinale. Auch in der 1. Damen-Kreisklasse des mittelsächsischen Verbandes werden die Endspiel-Teilnehmer gesucht. Und mit dem ATSV Gebirge/Gelobtland und dem FV Venusberg 90 sind zwei Teams aus dem mittleren Erzgebirge noch im Rennen. Während sich Rotation Borstendorf mit der Platzierungsrunde begnügen muss, sicherten sich die anderen beiden Lokalvertreter in der regulären Saison die Ränge 1 und 2 der Süd-Staffel. Nun geht es gegen die zwei besten Teams der anderen Staffel um den Einzug ins Endspiel. Während der ATSV als Staffelsieger sein Hinspiel am Sonntag, 13 Uhr, bei Germania Mittweida bestreitet, genießen die Venusbergerinnen zwei Stunden zuvor gegen Falkenau Heimrecht.

Ausgerechnet jetzt, wo viel auf dem Spiel steht, wird die Venusberger Mannschaft von argen Personalsorgen geplagt. Gerade mal eine Wechselspielerin nimmt am Sonntag auf der Bank Platz. "Auf dem Papier stehen uns 13 Spielerinnen zur Verfügung, aber wegen Schwangerschaft und Verletzungen sind es derzeit nur neun", erklärt Matthias Schmidt. Kopferzerbrechen bereitet dem FV-90-Coach vor allem die Torhüterposition, für die er mit Romy Mehnert die perfekte Lösung gefunden zu haben schien. Allerdings musste sie bei der 0:1-Niederlage vor vier Wochen in Gelobtland aus gesundheitlichen Gründen ausgewechselt werden - und steht auch jetzt nicht zur Verfügung. Weil ihm keine andere Wahl bleibt, will Schmidt mit Julia Ehnert seine eigentliche Regisseurin für die vakante Stelle zwischen den Pfosten opfern: "Sonst macht sie unser Spiel, aber niemand anders kommt als Keeperin infrage." Für sie soll Jenny Schmidt in die Zentrale rücken, um das Venusberger Spiel zu ordnen.

Aufgrund der vielen Umstellungen blickt der Trainer der Partie am Sonntag sowie dem Rückspiel mit mulmigem Gefühl entgegen, zumal er den TSV 1888 Falkenau ohnehin als Favorit Nummer 1 einschätzt. "Wie gut sie spielen können, haben sie ja schon unterm Hallendach gezeigt", so Schmidt. Als Anfang Januar im Modus jeder gegen jeden das beste Damen-Team Mittelsachsens ermittelt wurde, sicherten sich die Falkenauerinnen mit 18:3 Toren und 14 Punkten aus sieben Partien den Titel. Allerdings folgten die Frauen aus Venusberg (20:5/13) nur knapp dahinter auf Rang 2. Aussichtslos ist das Unterfangen für den FV 90 am Sonntag also nicht.

Realistische Chancen rechnet sich der ATSV gegen Mittweida aus. "Es wird bestimmt eng", sagt Trainer Dirk Riedel in Erwartung eines starken Gegners. Anders als sein Venusberger Kollege kann er am Sonntag jedoch die Bestbesetzung aufs Feld schicken. "Und die Mädels sind gut drauf", ist sich der Coach nach der gestrigen Standortbestimmung sicher. Gegen eine Marienberger Jugend-Mannschaft gelang ein überzeugender 3:0-Erfolg. Der nächste Sieg soll am Sonntag folgen, denn "wir wollen ins Finale", so Riedel.

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