Saisonpause früher als sonst

Kalt, Sonne, Traumwetter. Doch die aktuelle Idylle am Fichtelberg trügt. Und doch können sich die Wintersportler noch irgendwie zufrieden schätzen.

Oberwiesenthal.

Patrick Burkhardt kann mal Luft holen. Zumindest ist um den Koordinator des Bundesstützpunkts Oberwiesenthal Ruhe eingezogen. "Die Saisonpause ist früher gekommen als sonst", sagt er. Denn die Wintersportler trifft das Dilemma mit dem Corona-Virus nicht ganz so hart. "Im Vergleich zu den Sommersportlern kommen wir noch ganz gut weg. Für uns ist es nicht ganz so dramatisch", erklärt der 36-Jährige. Trotzdem steht in seinem Verantwortungsbereich nahezu alles still, die Laufbänder in den Athletikhallen genauso wie der Lift an der Schanze.

Gänzlich ruht das Geschehen um den Leistungssport aber nicht. "Die Trainer machen Heimarbeit, denn auch für uns gilt natürlich der Erlass des Sozialministeriums, zunächst alle Aktivitäten und Sozialkontakte so weit wie es nur irgendwie geht zu unterlassen", macht Burkhardt klar. Sportler stehen demzufolge nicht vor den Übungsleitern. Wohl aber sind sie aus der Ferne zu betreuen, sollen ein vorgegebenes Pensum so gut es geht in ihren Heimatorten abspulen. Dafür übermitteln die Verantwortlichen entsprechende Vorgaben. Gleichzeitig müssen sie die Saison auswerten, Berichte und Statistiken an den Skiverband liefern und möglicherweise bereits neue Trainingspläne für die bevorstehende Periode erstellen. Denn die beginnt für die Wintersportler nicht erst mit dem Schneefall, sondern viel früher. Das geflügelte Wort "Wintersportler werden im Sommer gemacht" hat nichts von seiner Bedeutung verloren. Ob Schule, Internat und Trainingsstätten nach den Osterferien wieder öffnen, weiß allerdings niemand. Zu unklar ist die Lage rund um die Virus-Pandemie.

Burkhardt und seine Mitstreiter aus Skilanglauf, Alpinski, Biathlon, Skispringen, Kombination und Rennrodeln hatten zuvor nicht solche gewaltigen, aber andere Sorgen und Höhepunkte - vom fast durchgängigen Schneemangel bis zur Organisation der Junioren-WM. Auch da spielte der 36-Jährige neben der Organisation der Stützpunktarbeit eine wesentliche Rolle - er war Chef der Skiarena und hatte eine Menge Dinge zu erledigen, bevor die 24 Entscheidungen Geschichte waren.

Jetzt aber genießen die 140 Sportler, die 20 Trainer und die 12 Techniker vom Stützpunkt eine entspanntere Phase. Eine, die sie sich nach dem Aufwand in den vergangenen Wochen sicher verdient haben.


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