Schlussspurt führt noch zum Remis

Lange Zeit sahen die Sachsenliga-Handballer des Zwönitzer HSV in Zwenkau wie der sichere Verlierer aus, bevor sie sich mit Moral noch belohnten. Die Frauen ließen überhaupt nichts anbrennen.

Zwönitz.

Dass es gegen Zwenkau schwer werden würde, wussten die Sachsenliga-Handballer des Zwönitzer HSV schon vor dem Anwurf. Mit 27:21 hatten die Erzgebirger am zweiten Spieltag das Hinspiel im Landkreis Leipzig gewonnen. Durchaus überraschend damals. Klar also, dass der Tabellenvierte alles daran setzen würde, um das Bild aus ihrer Sicht wieder gerade zu rücken. Am Ende gelang ihnen das nicht. Mit einer tollen Moral rissen die Zwönitzer das Spiel noch aus dem Feuer und kamen zu einem 28:28-Unentschieden. "Sicher war das heute nach dem Spielverlauf ein gewonnener Punkt", sagte Trainer Frank Riedel. Gegenüber dem 24:24 vergangene Woche in Chemnitz habe man sich verbessert präsentiert. "Auch wenn unser Angriffsspiel immer noch zu fehlerbehaftet war", so Riedel.

Die Gastgeber fanden in der Offensive schwer in die Partie. Zwar gelang ihnen der erste Treffer, die folgenden Angriffe versandeten jedoch ohne Zählbares, was die Gäste ausnutzten und auf 4:1 davonzogen. Ohne den starken HSV-Keeper Micha Kerner wäre das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt noch deutlicher gewesen. Nach dem 2:4 durch Radek Miller nach acht Minuten verlief die Partie relativ ausgeglichen - ausgleichen konnten die Hausherren bis zur Halbzeit allerdings nie. Nach 30 Minuten stand ein Drei-Tore-Rückstand auf der Anzeigetafel.

Im zweiten Durchgang bremsten die Gäste die HSV-Bemühungen weiter aus. In der Defensive arbeiteten sie mit Haken und Ösen, wovon unter anderem zwei zerrissene Zwönitzer Trikots zeugten. Abspielfehler und vergebene Chancen taten ihr Übriges, dass es beim Stand von 25:20 13 Minuten vor Schluss schwer nach einer Niederlage der Gastgeber aussah. Doch die Zwönitzer bekamen nun plötzlich besseren Zugriff auf die körperlich nachlassenden Zwenkauer. Immer wieder tankten sie sich mit Tempogegenstößen durch und verkürzten Tor um Tor. Dem erneut starken Radoslav Miller war es vorbehalten, mit seinen Treffern 11 und 12 noch für das Remis zu sorgen. "Das war am Ende sicherlich leistungsgerecht", so Riedel, dessen Team in der Tabelle weiter auf Platz 6 liegt.

Die Frauen machten unterdessen in der Verbandsliga mit der Oberligareserve der HSG Riesa/Oschatz kurzen Prozess. 24:13 hieß es nach 60 Minuten. Schon der starke 4:0-Start nach fünf Spielminuten war für den Verlauf der Partie richtungsweisend. Die junge Gästesieben fand im Prinzip über die gesamte Spielzeit hinweg keine geeigneten Mittel gegen die flinke Zwönitzer Abwehrarbeit. Nur fünf Törchen gelangen dem Tabellenneunten im ersten Durchgang - und wären die Zwönitzerinnen mit ihren Chancen effektiver umgegangen, hätte es zur pause höher als 11:5 stehen können. Auch im zweiten Durchgang änderte sich am Gesamteindruck des Spiels nichts Wesentliches. In der Offensive kamen die Gäste nicht zum Zuge, und so wuchs der HSV-Vorsprung Tor um Tor an. Beim Treffer zum 17:7 konnte Michelle Kaulfuß den ersten 10-Tore-Vorsprung herauswerfen. Ihren ersten Einsatz in den letzten knapp 20 Spielminuten feierte nach anderthalb Jahren Pause Kapitänin Stephanie Hirsch, die sich dafür mit ihrem ersten Treffer in der Verbandsliga zum zwischenzeitlichen 18:8 bedankte.

StatistikMänner: Kerner, Treuter; Brecko (6/3), Anger (2), Fritsch (2), Langer (2), Becher (1), Müller (1), Miler (12), Schlömer, Treitschke, Küntzel (2), Lieberei; 2min: Zwönitz: 6 Zwenkau: 5; 7m: Zwönitz: 3/3 Zwenkau: 2/2; Frauen: Wetzel; Mosel (5/2), M. Kaulfuß (1), Haunschild (4), Riedel (2), Hirsch (1), L. Kaulfuß (2), Schmiedel (4), Hartenstein (4), Viehweger (1); 2min: Zwönitz: 2 Riesa/Oschatz II: 3; 7m: Zwönitz: 3/2 Riesa/Oschatz II: 2/1

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