"Schöner als jedes erzielte Tor"

Nach enttäuschender Hinrunde sind die Ringer des RSK Gelenau bärenstark in die zwei Hälfte der Saison gestartet. Großen Anteil daran hatte ausgerechnet der jüngste Athlet.

Gelenau.

Mit ihrer Prognose, dass sie in der Rückrunde der Regionalliga Mitteldeutschland etwas stärker aufgestellt sind, haben die Ringer des RSK Gelenau Recht behalten. Dass sie zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte einen Heimsieg gegen die Kampfgemeinschaft Frankfurt/ Eisenhüttenstadt feiern konnten, lag durchaus auch am Stilartenwechsel in den jeweiligen Gewichtsklassen. Vor allem aber waren es diesmal die so lange herbei gesehnten Überraschungsmomente, die den Tabellenletzten und reichlich 150 Fans zum Jubeln brachten.

"Heute hatten wir mal das Glück, das uns in der Hinrunde gefehlt hat", zeigte sich RSK-Trainer Björn Lehnert sichtlich erleichtert. Sein Team trägt mit 4:14 Zählern zwar weiter die Rote Laterne, hat aber nun genauso viele Punkte auf dem Konto wie Lugau und der Gegner vom Samstag. Dabei wollten die Oderstädter nach ihrem 19:8-Sieg im Hinkampf auch diesmal den Sack zumachen. Doch vor allem zwei Gelenauer hatten etwas dagegen. "Die Schultersiege von Johnny Uhlig und Fabian Jänicke waren heute die Schlüssel zum Erfolg. Die hatte niemand auf dem Zettel", gesteht Lehnert.

Während Jänicke (80 kg) bereits zu den alten Hasen zählt und schon öfter mit so einem Konter wie am Samstag aufwarten konnte, war eine solche Aktion von Johnny Uhlig nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Mit 16 Jahren ist er der jüngste Athlet im RSK-Aufgebot. Außerdem hatte er beim ersten Aufeinandertreffen in Frankfurt/Oder gegen Raffael Albrecht auf Schultern verloren. Für Uhlig war das aber kein Grund, pessimistisch zu sein - im Gegenteil. "Ich wollte mich unbedingt revanchieren", sagt der Grießbacher, der daheim auf denselben Gegner traf. Weil sich Uhlig im griechisch-römischen Stil deutlich wohler fühlt, der nun im Limit bis 57 Kilogramm gerungen wird, war er deutlich optimistisch als noch im Freistil. Doch wieder geriet er in die gefährliche Lage und wäre beinahe auf dem Kreuz gelandet. Diesmal konnte er sich allerdings aus dieser brenzligen Lage befreien und fing seinen Kontrahenten später bei einer Rolle ab. Als die Halle Kopf stand und die Fans feierten, genoss Johnny Uhlig den Moment. "Das war schöner als jedes Tor, das ich im Fußball erzielt habe", sagte der ehemalige Kicker beeindruckt.

Spätestens seit Samstag weiß der Ex-Fußballer endgültig, dass seine Entscheidung für den Ringkampf die richtige war. Nach mehreren Sachsenmeistertiteln hat er es nun vor allem auf Siege mit der Männer-Mannschaft abgesehen, für die er im Sommer sein Debüt gab. Gegen Frankfurt/Eisenhüttenstadt ging der Plan auf, denn Uhlig brachte sein Team auf Kurs. Kamil Wojciechowski (130 kg) und Hassan Ismail (61 kg) legten sofort nach, sodass der RSK rasch 11:0 führte - ein fast schon vergessenes Gefühl für die Gelenauer, die dann auch wieder zittern mussten. Nach den Siegen von Jänicke und Stefan Saul (71 kg) hing am Ende alles von Tillmann Germar (75 kg) ab. Hätte er deutlich verloren, hätte erst der Nachholkampf zwischen Tomas Sobecky und dem Frankfurter Erik Weiß den Teamvergleich entschieden. Letzterer fehlte aufgrund der Weltmeisterschaft, muss aber nun nicht nachträglich ins Erzgebirge reißen. Grund: Germar verlor nur knapp, sodass der RSK mit 16:11 uneinholbar führte. Da die Frankfurter auf den Nachholkampf verzichten, geht er zweite Saisonerfolg der Gelenauer mit 20:11 in die Wertung ein.

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