Spielzeugdorf wird zur zweiten Heimat

Reinhard Osterroth ist Stammgast beim "Pokal des Handwerks". Der Schachspieler aus Gera kommt aber inzwischen nochviel öfter nachSeiffen.

Seiffen.

Zum 31. Mal wird Reinhard Osterroth am Brett sitzen, wenn diesen Dienstag das Seiffener Schach-Turnier um den "Pokal des Handwerks" beginnt. Der 73-jährige Geraer ist damit Rekordhalter, denn so oft war kein anderer bei diesem Wettbewerb im Spielzeugdorf dabei.

1981 spielte Osterroth zum ersten Mal mit. "Ich habe durch Freunde von diesem Turnier erfahren und sie animierten mich mitzukommen. Mir hat es so gefallen, dass ich immer wiederkam", erzählt der Thüringer. Natürlich kennt er auch die verschiedenen Spielstätten, die zur 51-jährigen Geschichte des Turniers gehören. "In einem FDGB-Ferienheim im Deutschneudorfer Ortsteil Brüderwiese mussten wir erst einmal Schnee schippen, um überhaupt zum Haus zu kommen. Dann ist die Heizung ausgefallen, aber wir spielten trotzdem", erinnert er sich.

Lediglich urlaubs- und krankheitsbedingt musste er ein paar Mal passen. Oft war es aber das Turnier selbst, das den damaligen Bohrer veranlasste, bei der SDAG Wismut vier Tage Urlaub einzureichen. Seit er Rentner ist, sei das nicht mehr nötig. Das Abschneiden ist zweitrangig. "Die Platzierung spielt bei mir nicht die entscheidende Rolle", sagt Osterroth, obwohl sich Platz7 in seinem besten Jahr sehen lassen kann. Wichtiger ist ein anderer Aspekt: "Ich habe viele Freunde kennengelernt. Wir laden uns zu Geburtstagen ein und fahren dafür gern auch mal durch die halbe Republik."

Gespannt ist der Geraer auch stets darauf, welche Freizeitangebote Organisator Helmut Franke vorbereitet. Skat, Kegeln, Volleyball, Tischtennis oder Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten - alles habe Spaß gemacht. "Natürlich nehme ich bei jedem Besuch auch ein Souvenir mit", betont Osterroth, dessen Wohnung in der Weihnachtszeit stets mit Schwibbögen, Nussknackern, Räuchermännern und Pyramiden geschmückt ist. "Bei uns sieht es Weihnachten aus wie im Seiffener Museum", ergänzt seine Frau Christel. Stets gibt es etwas Neues. Diesmal, das weiß der 73-Jährige schon, sind es beleuchtete Häuschen.

Im Herbst fuhr der Thüringer schon öfter mal mit der ganzen Familie in seine "zweite Heimat". Inzwischen ist er noch öfter da, denn seit dieser Saison spielt er für die HSV Eintracht Seiffen. "Da ich in den letzten Jahren keinen Verein mehr hatte, wollte ich meinen Freunden in der Bezirksliga unter die Arme greifen", erklärt der Geraer, der sich in der Mannschaft sehr wohl fühlt. Mit seiner Wertzahl von über 1700 ist er zudem eine wichtige Stütze im Team.


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