Thalheimer haben die Nase vorn

Mehr als 250 Nachwuchsringer aus vier Nationen haben beim 16. Wolfgang-Bohne-Turnier gezeigt, was sie draufhaben. Der Gastgeber revanchierte sich für Platz 2 im Vorjahr.

Thalheim.

Die Premiere war gelungen: Zum ersten Mal richtete der Ringerverein Thalheim sein alljährliches Wolfgang-Bohne-Gedächtnisturnier nicht im heimischen Sportpark, sondern in der Dreifeldhalle neben dem Carl-von-Bach-Gymnasium in Stollberg aus. Die richtige Entscheidung, wie Vereinschef Holger Hähnel betont. "Alles hat gepasst, alle waren zufrieden." Ob das Turnier auch im kommenden Jahr dort stattfinden wird, steht noch nicht endgültig fest. "Es ist aber relativ wahrscheinlich, weil in Stollberg die Voraussetzungen einfach besser sind", so Hähnel.

Die Dimensionen des nach der Thalheimer Ringer-Legende benannten Nachwuchsturniers, das zu den größten seiner Art in Ostdeutschland zählt, waren auch bei der 16. Auflage beachtlich. Insgesamt 259 Sportler aus 38 Vereinen gingen auf die fünf Matten. Allein in der weiblichen Jugend zählten die Veranstalter vier Deutsche Meisterinnen, zudem waren Athleten aus Tschechien, der Slowakei und Polen am Start. "Gerade auch die ausländischen Sportler haben ein sehr hohes Niveau mit hineingebracht", so Hähnel.

Umso größer war die Freude bei den Gastgebern über das Gesamtergebnis. Mit 22 Aktiven angetreten, platzierten sich die Thalheimer in der Endabrechnung als Mannschaft auf Platz 1 - zehn Punkte vor dem SV Luftfahrt Berlin, der im Vorjahr noch die Nase vorn hatte. Dritter wurde der FC Erzgebirge Aue, der hauchdünn vor den Lugauer Eichenkränzen einkam.

Eine Garantin für das Thalheimer Ergebnis war Paula Haase, die sich bei den weiblichen Schülern in der Klasse bis 25 Kilogramm den Sieg holte. Sie gewann alle ihre Kämpfe, darunter auch den gegen ihre Dauerrivalin Milena Müller vom SV Luftfahrt Berlin - und das mit technischer Überlegenheit. "Besser kann man es nicht machen. Zumal sie eine Armverletzung hatte und erst langsam wieder in das Wettkampfgeschehen reinkommen muss", sagte Regionaltrainer Rainer Lawnitzak. Es sei eine Augenweide ihr zuzusehen, sagte hingegen RV-Trainer Steffen Richter, der sich auch insgesamt zufrieden zeigte. "Ich habe viele gute Kämpfe gesehen. Gerade bei den Jungs war das Niveau so hoch, dass es eben nicht bei allen Thalheimern reicht, um ganz vorn mit dabei zu sein", sagte er. Doch gerade im Nachwuchsbereich solle der Spaß am Sport im Vordergrund stehen.

Abgesehen von Paula Haase fuhren noch weitere Thalheimer Siege ein. Boas Bertram Böttger triumphierte in der C-Jugend im Limit bis 27 Kilogramm, Vin Bräuer bei den den D-Jugendlichen (38 Kilogramm). In der weiblichen Jugend setzte sich mit Sophie Krauß (60 kg), Cassidy Richter (49 kg) und Julie Drechsel (43 kg) ein Trio durch.

Beim RV Eichenkranz Lugau, der mit 23 Sportlern am Start war, holte Leja Schüssler (Schülerinnen, 23 kg) die einzige Goldmedaille. Trainer Jens Blachut war trotzdem zufrieden. "Beim Bohne-Turnier sind immer viele Leistungsträger am Start. Es ist einfach gut für die Kinder und Jugendlichen, solche Gegner zu haben", sagte er.

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