Wettbewerb im Wohnzimmer

Einen kleinen Vorteil haben die Tischtennisspieler in diesen Tagen - als Duo sind sie wettbewerbsfähig. Doch was wie Spaß aussieht, hat bei einigen sogar einen richtig sportlichen Hintergrund.

Tannenberg/Gornsdorf.

Saisonabbruch - kein Punktspiel, kein Turnier, keine Rangliste, kein Training: Den Tischtennisspielern in der Region geht es wie allen Sportlern, die ihrem geliebten Hobby nicht wie gewohnt nachgehen können. Doch viele lassen sich etwas einfallen, halten sich fit, entwickeln Alternativen. So wie Linda Franz vom frisch gekürten Landesliga-Meister TTSV Handwerk Tannenberg. "Mein Freund Thomas hat eine kleine Platte gekauft, jetzt wird im Wohnzimmer kräftig geschnippelt und auch geschmettert. Wir haben sogar schon mehrere Wettkämpfe ausgetragen", berichtet die 24-Jährige. "Thomas gewinnt immer, aber nur ganz knapp."

Linda Franz hat mit Thomas David einen wirklich starken Partner als Gegner. Denn der spielt aktiv beim Sachsenliga-Meister TTC Lugau. Damit duellieren sich quasi zwei aktuelle Aktive mit Meisterlorbeer. "Außerdem hat das auch eine gute Seite. So probieren wir verschiedene Schläger aus, testen Beläge und unterschiedliche Ballgrößen. Sogar den Katzen gefällt das", erzählt die Spitzenspielerin des TTSV Handwerk Tannenberg mit einem verschmitzten Lächeln. "Zusätzlich machen wir Workouts, die unser Trainer jeden Tag schickt, und ich laufe 10.000 Schritte täglich."

Jene Art von Tischtennis ist bei Oberligaspieler Chris Lasch vom TTSV Elektronik Gornsdorf und seiner Frau Franziska vom Drittbundesligisten Rapid Chemnitz derzeit nicht möglich. "Aber wir sind trotzdem fast jeden Tag sportlich aktiv. Wir setzen diverse Fitnessprogramme um und nutzen dafür beispielsweise selbst gebaute Hanteln. Die bestehen aus Flaschen, die mit Split und Sand gefüllt sind. Außerdem gehen wir getrennt voneinander zum Joggen, und zwar dorthin, wo uns möglichst niemand begegnet", erzählt Chris Lasch. Als künftigen Vorteil empfindet der Offensivmann, dass vor allem die Spieler aus Gornsdorf trotz einer größeren Pause schnell wieder "im Saft" stehen. "Es hat sich in vergangenen Jahren in den Ferien gezeigt, dass wir auch größere Pausen ohne Training gut vertragen", sagt Lasch.

Eine andere Methode bevorzugt Thomas Tobschall, der Vereinschef des TTV Fortuna Grumbach. "Ich halte mich viel an der frischen Luft auf und schneide Holz im Wald meines Grundstücks." Tobschall, der dieser Tage sein 20. Jubiläum feiern wollte und nun darauf verzichten muss, hofft auf bald bessere Zeiten. Ihn freut besonders, dass die Grumbacher Turnhalle demnächst saniert wird - wovon auch die Tischtennisspieler profitieren.

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