Wurfschwache Zwönitzer patzen daheim

In einer von der Defensive betonten Partie haben die Sachsenklasse-Handballer des HSV gegen den Namensvetter aus Dresden mit 18:20 verloren. Deutlich besser machten es die Frauen, die ihren höchsten Saisonsieg einfuhren.

Zwönitz.

Die Handballer des Zwönitzer HSV treten in der Sachsenliga auf der Stelle. Gegen den HSV Dresden unterlagen die Erzgebirger am Samstag zuhause mit 18:20. Statt wie erhofft weiter ins Tabellenmittelfeld vorzudringen, spürt der Tabellenachte nun den heißen Atem der Landeshauptstädter, die bis auf drei Zähler herankamen. "Das war sicherlich eine unserer schlechtesten Saisonleistungen", schimpfte Trainer Frank Riedel. Vor allem mit seiner Abteilung Attacke war er nicht zufrieden. "Vorn haben wir gegen eine solche Abwehr normalerweise gute Lösungen. Aber heute war davon zu wenig zu sehen", so Riedel, der zudem mit dem Zeitstrafenverhältnis haderte. Seine Schützlinge erhielten deren fünf, die Gäste kamen ohne davon.

Bereits in der Anfangsphase sahen die knapp 200 Zuschauer leichte Vorteile für die Dresdner Mannschaft. Die Erzgebirger stemmten sich nicht entschlossen genug gegen die offensive Gästeabwehr. Es entwickelte sich damit eine Partie, die von den Abwehrreihen bestimmt wurde - so stand es nach 13 Minuten erst 2:5. Danach kamen die Hausherren besser ins Spiel und verkürzten Tor um Tor. Weil die Gastgeber kurz vor der Sirene noch zwei Siebenmeter versemmelten, ging es trotzdem mit einem knappen Rückstand von 9:10 in die Pause. In der zweiten Hälfte änderte sich am Gesamteindruck der Partie nicht allzu viel. Ihre stärkste Phase hatten die Zwönitzer zwischen der 41. und 48. Minute, als sie die Partie mit vier Treffern in Serie von 13:14 auf 17:14 drehten. Doch der Rückenwind trug die die Erzgebirger nicht ins Ziel. Denn erneut versagten ihnen in der Folge bei Würfen von der Außenposition die Nerven. In den letzten zwölf Spielminuten erzielten die HSV-Männer nur noch einen Treffer - zu wenig für den Sieg.

Deutlich besser machten es die Frauen in der Verbandsliga, die den Tabellensiebenten Turbine Leipzig regelrecht von der Platte fegten. 36:24 hieß es am Ende; es war der höchste Saisonsieg des Aufsteigers, der zwar auf Position 9 verbleibt, mit 13 Zählern den Anschluss ans Mittelfeld nun aber hergestellt hat. "Damit haben wir gezeigt, dass wir wohl endgültig in der Liga angekommen sind", freute sich Trainer und Vereinschef Ralf Beckmann. Seine Schützlinge präsentierten sich von Beginn an hellwach. Nach einem kurzen Schlagabtausch bis zum 3:3 zeigte die offensiv ausgerichtete Zwönitzer Abwehr Wirkung. Erste Gästeangriffe wurden abgefangen und zu schnellen Kontern genutzt. Besonders sehenswert war dabei das 8:4 in der 9. Minute, als Laura Kaulfuß einen Spielzug der Gäste durchkreuzte, den Ball direkt abfing und per Konter zum 8:4 einnetzte. Nach dem 14:7 (21.) verkürzten die Leipzigerinnen zwar nochmals, dennoch ging es mit einem 18:13 in die Pause.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer dann von Beginn an eine stürmische HSV-Mannschaft, die auf eine schnelle Entscheidung drängte. Eine doppelte Überzahl und ein anschließender 5:0-Lauf führte zum 25:14 - das war eine Viertelstunde vor Schluss bereits die Entscheidung. In den letzten 15 Minuten bedachten die Fans noch einmal eine Vielzahl sehenswerter Aktionen ihrer Mannschaft mit lautstarkem Jubel, fast alle Spielerinnen konnten sich letztlich in die Torschützenliste eintragen. "Der Erfolg", betonte Beckmann, "geht auch in dieser Höhe in Ordnung". (mit bral)

Statistik Männer: Kerner, Treuter; Brecko (5/1), Treitschke, Anger, Fritsch, Hartenstein (1), Langer (1), Kotesovec, Schlömer, Löbner (9/4), Lieberei (2); Frauen: Wetzel; Mosel (2/1), M. Kaulfuß (5/1), Haunschild (6), Riedel (2), L. Kaulfuß (5/2), Hartenstein (9), Seidel, Lea Thierfelder (4/1), Viehweger (2), Lisa Thierfelder (1)

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