Fraureuth hart ausgebremst

In einer körperbetonten Partie haben die HCF-Handballerinnen nicht nur ein Heimspiel verloren. Wichtige Zähler bejubelte dagegen die HSG Langenhessen/Crimmitschau.

Fraureuth.

Madlene Radau hatte noch Redebedarf. Nach dem Bezirksligaspiel gegen den Burgstädter HC sprach die Handballerin des HCFraureuth vehement auf das Schiedsrichtergespann ein. Doch allein - es nützte nichts. Die Unparteiischen nahmen weder den letzten Siebenmeter für Burgstädt, noch die Zeitstrafe gegen sie zurück. Die 19:20 (9:10)-Heimniederlage der Fraureutherinnen war in Stein gemeißelt. Damit gingen nicht nur zwei Punkte verloren. Die Burgstädterinnen tauschten mit dem HCF die Plätze und übernahmen auch die Tabellenführung.

Doch was war zuvor geschehen? Die emotional geführte Partie spitzte sich in den letzten zwei Minuten zu. Madlene Radau glich zunächst zum 19:19 aus, nachdem die Fraureutherinnen in der zweiten Hälfte meist mit drei bis fünf Toren zurückgelegen hatten. Im folgenden Angriff der Gäste berührte eine Burgstädterin den Ball mit dem Fuß, Fraureuth schaltete schnell um und war drauf und dran, in Führung zu gehen. Doch ein später Pfiff zerstörte die Träume - die Schiedsrichter entschieden auf Freiwurf für Burgstädt. "Da haben Kleinigkeiten das Spiel entschieden. Wenn in der Situation für uns gepfiffen wird, geht es vielleicht anders aus", sagte Fraureuths Spielerin Stefanie Kleinfeld.

Doch auch so stand es noch unentschieden. Den folgenden Gäste-Abschluss setzte Nadine Pfeffer an den Pfosten. Nachdem HCF-Torhüterin Ines Wenzel auch den Wurf der nachsetzenden Jennifer Langer entschärfte, wollte Fraureuth angefeuert vom Publikum erstmalig in der Partie in Führung gehen und sich den Sieg sichern. Doch ein Pfiff durchbrach die Hoffnungen erneut. Siebenmeter für die Gäste und zwei Minuten Zeitstrafe für Madlene Radau. Jenny Borkenhagen verwandelte, während auf der Gegenseite der letzte Wurf das Tor verfehlte.

Doch nicht nur Madlene Radau konnte einige Entscheidungen der Schiedsrichter nicht verstehen. Auf der Tribüne waren die Fans beider Seiten unzufrieden. So wurden gegen Fraureuth sechs Zeitstrafen verhängt, gegen Burgstädt zwei. Dabei stand Burgstädt Fraureuth in körperlicher Härte in nichts nach. Allerdings wurde speziell bei Burgstädts Angriffen oft kein Vorteil abgewartet und Tore zurückgepfiffen.

Die Schuld an der Niederlage wollte Stefanie Kleinfeld daher auch nicht bei den Schiedsrichtern suchen. "In den ersten 20 Minuten hatten wir klarste Torchancen, die wir nicht machen. So laufen wir die ganze Zeit einem Rückstand hinterher." Allein die ersten drei Würfe des HCF landeten an Pfosten oder Latte und keiner der drei Siebenmeter im Spiel fand den Weg ins Tor. "Da sind wir an uns selbst gescheitert", sagte Fraureuths Co-Trainerin Laura Fischer. "Wenn die ersten Würfe reingehen, haben wir mehr Selbstvertrauen und es entwickelt sich ein anderes Spiel", so Fischer.

Einen wichtigen Sieg feierte dagegen die HSG Langenhessen/Crimmitschau beim SV Tanne Thalheim. Mit dem 36:30 (20:14)-Erfolg distanzierte die HSG den Tabellenvorletzten auf fünf Punkte, statt selbst unmittelbar in den Abstiegskampf gezogen zu werden. Bei der HSG feierte Neuzugang Jessica Büttner, die drei Treffer erzielte, somit einen gelungen Einstand. Verzichten musste die HSG dagegen auf die verletzte Sophie Fritsch. Eine sehr gute Deckungsleistung inklusive einer stark aufgelegten Anna Ruderisch im Tor bildeten die Grundlage für den Sieg. Zudem war Nadine Schade mit 16 Treffern in Torlaune. Vom Siebenmeterpunkt glänzte sie mit einer hundertprozentigen Trefferquote (6/6).

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