Gut gewappnet für das Ungewisse

Ab diesem Wochenende kämpft Max Kappler auf seinem Motorrad wieder um WM-Punkte. Nicht nur sportlich steht für den Oberlungwitzer derzeit eine heiße Phase an.

Oberlungwitz.

Nach der coronabedingten Verschiebung des Saisonstarts geht es für die Motorradrennfahrer der Supersport-300-Weltmeisterschaft endlich los. Knapp vier Monate später als angedacht dreht Max Kappler ab dem heutigen Freitag im spanischen Jerez de la Frontera am Gasgriff seiner KTM-Maschine. "Die Vorfreude ist schon extrem groß und durch die Verzögerung sogar noch gestiegen", sagt der 22-jährige Oberlungwitzer.

Nach zahlreichen Testfahrten mit dem KTM-Freudenberg-Team ist die Stimmung bei Max Kappler positiv: "Wir haben einige gute Dinge herausgefunden und sind gut aufgestellt. Ein paar kleine Herausforderungen mit der Maschine bleiben aber noch für Jerez." Abseits von der Einstellung des Motorrads sind die Ungewissheiten vor dem Saisonstart allerdings größerer Natur. Denn das Corona-Virus sorgt auch weiterhin für Einschränkungen. "Es wird für uns alle eine absolut neue Erfahrung werden. Nur die wichtigsten Leute dürfen sich im Fahrerlager aufhalten, den ganzen Tag eine Mund- und Nasenbedeckung tragen und letztlich keine Zuschauer, die die Trainings und Rennen verfolgen werden", zählt Kappler die Herausforderungen auf.

Zudem sei nicht einzuschätzen, wie sich die Resultate aus den Testfahrten im Vergleich zur Konkurrenz einordnen lassen. Zum einen ist dies der Tatsache geschuldet, dass es im knapp 60-köpfigen Starterfeld viele Neulinge gibt. Außerdem ist unklar, wie viel die anderen Fahrer in den vergangenen Monaten trainieren konnten. "Da haben wir nichts Handfestes. Das wird spannend. Wir werden wohl erst nach den Trainings am Freitag wissen, wo wir genau stehen", sagt Max Kappler.

Vergangenes Jahr gab es für den WM-Piloten in Jerez Licht und Schatten. Im ersten von zwei Wertungsläufen musste Kappler nach einer Kollision zu Beginn des Rennens seine Maschine in der dritten Runde abstellen. Im zweiten Lauf fuhr er mit Platz 11 seine zweitbeste Saisonplatzierung ein. In der Gesamtwertung landete Kappler auf Rang 18.

Auch an diesem Wochenende werden in Jerez wieder zwei Wertungsläufe absolviert. Nur eine Woche später macht die Supersport-300-WM in Portugal halt. Ende August und Anfang September geht es mit Aragón erneut nach Spanien. Insgesamt sind bis Anfang November acht Rennen angesetzt. Doch nicht nur sportlich steht für Max Kappler aktuell eine heiße Phase an. Momentan arbeitet der WM-Fahrer im Rahmen seines dualen Bauingenieur-Studiums bei einer Firma in Hainichen. "Und danach stehen in ein paar Wochen gleich Uni-Prüfungen auf dem Plan", sagt Kappler. "Das wird bestimmt nicht weniger stressig."

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