Junger Crimmitschauer lebt seinen Traum

Eisschnellläufer Fridtjof Petzold vom Crimmitschauer CPV nahm nicht den Musterweg eines Leistungssportlers. Dennoch startet der 22-Jährige jetzt im Weltcup.

Crimmitschau.

Dass Fridtjof Petzold einmal die leistungssportliche Laufbahn einschlagen würde, war ihm nicht in die Wiege gelegt. "Meine Eltern haben beide nie Leistungssport betrieben und mich auch nie zu etwas gedrängt", sagt der junge Mann. Im Alter von sieben Jahren fand er eher aus Zufall den Weg zum Eisschnelllauf. "Es gab einen Aushang vom Crimmitschauer Polizeisportverein bei uns im Hort. Da wir damals ziemlich nah am Sahnpark wohnten, habe ich mir das mal angeschaut - und es hat mir gefallen."

Der Crimmitschauer überzeugte schon bald mit guten Leistungen. Schnell kam die Frage auf, ob er nicht auf eine Sportschule wechseln wolle. Doch Petzold lehnte ab. "Ich weiß, dass ich nicht den Musterweg eines Leistungssportlers gegangen bin. Zwar liebte ich den Eisschnelllauf, doch mein Fokus lag damals noch auf der Schule." Erst nach dem erfolgreich abgeschlossenen Abitur überwog die Zuneigung zum Sport. "Ich bin niemand, der halbe Sachen macht. Wenn ich etwas anfange, dann auch richtig. Bis heute bereue ich diese Entscheidung nicht - im Gegenteil."

Jetzt, mit 22 Jahren, startet der junge Kufenflitzer zum ersten Mal zusammen mit der Weltelite. Denn bei den Deutschen Meisterschaften in Inzell hatte sich Petzold, der in Erfurt trainiert, den Deutschen Meistertitel im Massenstart gesichert. Und damit löste der Deutsche Junioren-Meister und Weltcupstarter bei den Junioren über 5000 Meter das Ticket für seinen ersten "richtigen Weltcup", wie er selbst sagt. Im Konzert der Großen stand er zuletzt in Minsk und Tomaszów auf dem Eis, wo er in der B-Gruppe die Plätze 16 und 20 belegte.

Dass Petzold bereits in diesem Jahr bei seinem ersten Weltcup im Männerbereich mitlaufen würde, hat er selber am wenigsten erwartet. "Die Zeichen für eine Teilnahme standen denkbar schlecht. Ich war lange verletzt und bis August noch in Reha." Doch mit dem Start in Minsk und Tomaszów ging für den Sachsen ein Traum in Erfüllung. "Die Atmosphäre in der Halle ist noch einmal eine ganze Nummer krasser als bei den Deutschen Meisterschaften oder dem Neo-Weltcup. Da ist mir schon die Düse gegangen."

Auch wenn Petzold, der mit seinen Leistungen in Weißrussland und Polen nicht zu 100 Prozent zufrieden war, so nimmt er doch dennoch viel mit. "Ich habe gemerkt, wie hoch das Niveau dort ist. Dort läuft die absolute Weltelite und ich bin glücklich, dort mitlaufen zu dürfen. Und es ist noch nicht zu Ende." Am Wochenende des 7./8. Dezember steht die dritte Weltcup an. Dann wird Fridtjof Petzold in Nur-Sultan (Kasachstan) wieder auf dem Eis stehen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...