Kündigung mit Krankenschein: Die kuriosesten Trainerwechsel bei den Eispiraten Crimmitschau

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Der ungewöhnliche Abgang von Trainer Mario Richer war unter den Eishockey-Fans in Crimmitschau tagelang ein großes Thema. Beispiele zeigen, dass sich Übungsleiter und Verantwortliche seit der Wende mehrfach beim Abschied nicht mit Ruhm bekleckert haben. Sogar auf einer Abschlussfeier gab es einen Rauswurf.

Trennung auf Abschlussfeier: Wenige Wochen nach einem großen Erfolg muss Dieter Kratzsch den Platz hinter der Bande räumen. Der Ex-DDR-Nationalspieler führte den ETC Crimmitschau in der Saison 1991/92 zum Bayernmeistertitel. Das Finale gegen den ERC Haßfurt, welches damals mehr als 6000 Zuschauer im Kunsteisstadion im Sahnpark erlebten, gehört bis heute zu den Glanzpunkten der Eishockeygeschichte in Crimmitschau. Auf der Abschlussfeier informierten die ETC-Verantwortlichen über den Trainerwechsel. Sie teilten mit, dass Rolf Bielas die Aufgaben von Dieter Kratzsch übernimmt. "Wir waren überrascht und niedergeschlagen", erinnert sich der damalige Kapitän Reiner Steinbock an den Moment. Er und Teile des Teams hätten zunächst überlegt, gegen die Entscheidung zu protestieren: "Da hat uns Dieter Kratzsch - in seiner typischen Art - zurückgehalten."

Kündigung mit Krankenschein: Kurz vor dem Beginn der Saison 2008/09 verabschiedet sich Sergej Svetlov aus Westsachsen. Der russische Coach bittet damals Geschäftsführer René Rudorisch und Gesellschafter Ronny Bauer in einem Sechs-Augen-Gespräch um eine Vertragsauflösung. Seine Begründung: Ihm liegt ein lukratives Angebot aus seiner russischen Heimat vor. Die Eispiraten-Bosse lehnen ab. "Zu Beginn der neuen Woche flatterte dann ein Krankenschein mit kyrillischen Buchstaben per Fax in die Geschäftsstelle", sagt Rudorisch, der auch im Buch "Pucks, Penalty, Powerplay: 100 Jahre Eishockey in Crimmitschau" über die Geschichte spricht. Er kann die Informationen nicht entziffern. Ein Übersetzer teilt mit, dass die Mediziner ein Rückenleiden diagnostiziert hätten. Zu jener Zeit sitzt Sergej Svetlov schon im Flugzeug, wird wenig später als Co-Trainer bei Lada Togliatti in der Kontinentale Hockey Liga (KHL) vorgestellt. Später wird er auch Cheftrainer in der KHL.

Übungseinheit mit Ex-Coach: Nach einer 1:9-Klatsche auswärts bei den Löwen Frankfurt ist die Zeit von Kim Collins bei den Eispiraten abgelaufen. Die Entscheidung sickert am 29. Januar 2019 - also zwei Tage nach der Niederlage in Frankfurt - in den Morgenstunden aus der Geschäftsstelle durch. Während Geschäftsführer Jörg Buschmann und Gesellschafter Ronny Bauer mit potenziellen Nachfolgern sprechen, steht Kim Collins in den Vormittagsstunden mit seinem (ehemaligen) Team auf dem Eis - ein komisches Gefühl für die Profis und den Coach. Am Abend wird der Rauswurf von Kim Collins offiziell verkündet und Daniel Naud als Nachfolger vorgestellt.

Abschied per Whatsapp: In der Aufzählung der kuriosesten Trainerwechsel taucht - seit wenigen Tagen - auch der Name von Mario Richer auf. Der 56-jährige Kanadier unterschrieb im März einen Vertrag für die Saison 2021/22. Im Juni meldete sich der Agent von Mario Richer bei Gesellschafter Ronny Bauer- per WhatsApp. "Er hat uns mitgeteilt, dass Mario Richer nicht zurückkehren und eine Aufgabe in einer französischen Eishockeyschule übernehmen wird", sagt Bauer. Er berichtet, dass es im Vertrag keine Ausstiegsklausel gab und der Vorgang von Juristen geprüft werden soll. Mit Marián Bažány wurde bereits ein neuer Coach präsentiert.

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