Mit Vollgas auf dem Sachsenring

Radfahrer aus dem gesamten Bundesgebiet messen am Samstag in Hohenstein-Ernstthal ihre Kräfte. Mit dabei ist ein Lokalmatador - der erneut auf Sieg fahren will.

Hohenstein-Ernstthal.

Am Wochenende wird es wieder voll auf dem Sachsenring. Knapp 500 Teilnehmer werden im Höchsttempo auf der Grand-Prix-Strecke ihre Runden drehen. Die österliche Ruhe wird allerdings nicht durch Motorenlärm gestört - denn am Samstag steht das 68. Sachsenringradrennen auf dem Programm.

Amateur- und Lizenzfahrer aus dem gesamten Bundesgebiet ermitteln in Rennen über Distanzen von 17,5 bis 70 Kilometern ihre Meister. So hat sich beispielsweise Felix Groß angekündigt, der vergangenes Jahr Militär-Weltmeister im Straßenrennen und U-23-Europameister in der Einerverfolgung wurde. Doch auch die regionalen Radsportler sind wieder zahlreich vertreten. Wie Robert Köhler, der im Jedermann-Rennen über fünf Runden seine Titelverteidigung in Angriff nimmt.

Der Sieg im vergangenem Jahr war nicht sein erster Erfolg. Sechsmal stand er bei einem Sachsenringradrennen ganz oben auf dem Siegertreppchen. Kein Wunder, denn die Leidenschaft für Radrennen entwickelte sich bei dem Athleten der SSV Fortschritt Lichtenstein schon früh. "Ich betreibe den Sport bereits seit 36 Jahren. Interesse dafür hatte ich schon immer, und Lichtenstein war der einzige Verein in der Umgebung", erklärt der 41-Jährige. In seiner Jugend fuhr der gebürtige Hohenstein-Ernstthaler sogar in der Junioren-Bundesliga. Aus familiären Gründen setzte er den Gang Richtung Profi-Sport aber nicht fort, in den Sattel steigt er aber dennoch regelmäßig.

Auch das Sachsenringradrennen ist ein fester Termin in seinem Kalender. Als Zuschauer war er selbst allerdings noch nicht auf der neuen Grand-Prix-Strecke. "Den alten Sachsenring habe ich sehr oft besucht, aber seit es den neuen gibt, war ich noch nicht wieder dort. Trotzdem ist der Motorsport für unsere Region natürlich sehr wichtig", sagt Köhler. Anekdoten kann er aber auch aus seinen Teilnahmen als Radrennfahrer genügend erzählen: "Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon mitgefahren bin. In einem Jahr war es so kalt, dass der Regen sogar an unseren Rädern gefroren ist. Mit so einem Eispanzer ließ es sich natürlich schwer fahren."

Auch wenn Robert Köhler am Samstag etwas angeschlagen ins Rennen geht, ist er trotzdem top motiviert und gibt sich kämpferisch: "Ich hatte im März eine Influenza, aber als Titelverteidiger fahre ich natürlich auf Sieg." Außerdem muss er sich gegen deutlich jüngere Konkurrenz durchsetzten. "Ich würde mir wünschen, dass wir verschiedene Altersklassen einführen. Ich mit meinen 41 muss dann gegen einen 21-jährigen antreten."


Sachsenringradrennen

Der Verein internationales Radrennen rund um den Sachsenring (Virus) richtet jährlich zwei Wettbewerbe aus. Seit 2004 gibt es im Frühjahr eine Veranstaltung auf dem 3,5 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs. Außerdem wird am letzten Augustwochenende auf einem Kurs in der Innenstadt von Hohenstein-Ernstthal gefahren, der auf Teilen des alten Rings verläuft.

443 Starter hatten sich bis Donnerstag für die Rennen bereits eingeschrieben, wie Dietmar Lohr vom Ausrichter erklärt. Nachmeldungen sind noch möglich. Lohr rechnet daher mit knapp 500 Fahrern.

Zeitplan: Sa., 9 Uhr: Jedermann-Rennen (17,5 und 52,5 km). Im Anschluss: Lizenz-Wettbewerbe: ca. 10.50 Uhr: Schüler U 15 (21 km), ca. 11.40 Uhr: Jugend U 17 (42 km), ca. 13 Uhr: Senioren 2/3/4 (35 km), ca. 14.10 Uhr: Junioren U 19 (52,5 km), ca. 15.50 Uhr: Elite KT und Elite Amateure (70). Der Eintritt ist frei.

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