Ringerin bereitet sich auf EM vor

Die Leubnitzerin schaute früher vom Mattenrand ihren Geschwistern zu. Die blicken heute respektvoll zum Auswahlkader auf.

Leubnitz/Jena.

Die Sommerferien genießen wie ihre Altersgefährten, das würde auch Anne Nürnberger gern. Doch für die 19-Jährige, die in Leubnitz zu Hause ist, heißt es erst einmal zwei Wochen Trainingslager beim KSC Motor Jena, anschließend drei Wochen Trainingslager mit der deutschen Nationalmannschaft in Schifferstadt und dann nochmal eine Woche Abschluss-Trainingslager in Jena, ehe es in der ersten Augustwoche zu den Ringer-Europameisterschaften nach Rom geht.

Das EM-Ticket sicherte sich die junge Frau mit dem Gewinn der Bronzemedaille beim Traditionsturnier des rumänischen Ringerverbandes Anfang Juni in Bukarest. Das schob letzte Zweifel des Bundestrainers der Juniorinnen beiseite.

Als kleines Mädchen drückte sie immer ihren größeren Geschwistern beim Ringen die Daumen. Sie fieberte gemeinsam mit Mutter Beatrice am Mattenrand und ahmte dabei selbst immer bestimmte Techniken mit nach. Horst Hinze, der in der Ringerszene kein Unbekannter ist, bemerkte dies, und somit begann Anne schon mit fünf Jahren bei den Werdauer Ringern zu trainieren.

Seit nunmehr fünf Jahren heißt ihre zweite Heimat Jena, wo Anne Nürnberger das Sportgymnasium besucht. Zuvor drückte sie in der Grund- und später in der Mittelschule Leubnitz die Schulbank. Natürlich ist der Ablauf in einem Sportgymnasium nicht mit dem regulären Ablauf in einem Gymnasium zu vergleichen. Vieles ist dort anders, und es wird von den jungen Leuten eine Menge Selbstdisziplin vorausgesetzt. Anne macht das Ganze viel Spaß, denn Schule und Sport sind zeitlich optimal abgestimmt, sodass immer noch etwas Freizeit bleibt. Neben Sport zählt bei Anne Geschichte mit zu den Lieblingsfächern, auch die Fremdsprachen Englisch und Französisch haben es ihr angetan. Die Schüler auf dem Jenaer Sportgymnasium kommen aus ganz Deutschland und sind in den Sportarten Basketball, Badminton, Judo, Fußball, Leichtathletik, Bogenschießen und Ringen angesiedelt.

Nach der Schule stehen täglich Trainingseinheiten auf dem Plan. Ob zwei Stunden auf der Matte oder anderthalb Stunden Krafttraining - Trainer Hartmut Reich gestaltet diese Einheiten abwechslungsreich und passt sie auch jedem Sportler individuell an. Denn wenn Wettkämpfe anstehen, muss schon mal ein anderes, intensiveres Trainingspensum bewältigt werden.

Gern wählt Anne Nürnberger, die seit zwei Jahren in der Gewichtsklasse bis 55 Kilo startet, Trainingspartnerinnen aus, die in höheren Gewichtsklassen antreten. Auch mit Jungen trainiert sie gern, denn da sind ganz andere Herausforderungen gefragt, und man kann bei bestimmten Grifftechniken Kräfte anders koordinieren. Ihr großes Vorbild ist die 26-jährige Maria Selmaier, die einst in Magdeburg trainierte und nun schon einige Zeit in Jena verankert ist. Zu den letzten Olympischen Spielen gehörte sie mit zum Kader der deutschen Ringer.

Für die Anfang August stattfindenden Europameisterschaften im Ringen in Rom gilt es nun, in der verbleibenden Zeit straff zu trainieren. Dabei hofft Anne natürlich, dass sie wie bisher vom Verletzungspech verschont bleibt. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass vor jeder Trainingseinheit der Körper optimal erwärmt wird - dass kann manchmal ganz schön anstrengend sein.

Besonders stolz ist Anne auf ihre Familie, die jederzeit hinter ihr steht und immer mitfiebert. Ohne diese Unterstützung wäre manches nicht so leicht zu realisieren gewesen. Anne Nürnberger bemüht sich, dass trotz der zu bewältigenden Übungslager immer noch etwas Freizeit bleibt, um mal ein schönes Buch zu lesen oder sich mit Freunden zu treffen und einfach nur mal so gemütlich beisammen zu sitzen.

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