Sensationelle Wende nach der Pause

Von Jammer bis Ekstase: Das Wasserball-Derby in der Glück-auf-Schwimmhalle hat die Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen geschickt.

Zwickau.

Wilfried Wagner strahlte bis über beide Ohren, musste sich nach dem Spiel aber erstmal ans Herz greifen. "Das können die mir doch nicht antun!" kommentierte der 77-Jährige, früher selbst Aktiver und Trainer, den packenden Samstagabend-Wasserballkrimi in der Glück-auf-Schwimmhalle.

Das Derby der 2. Liga Ost zwischen dem SV Zwickau 04 und dem ungeschlagenen SV Vogtland Plauen II war wahrlich nichts für schwache Nerven. Nach einem 1:4-Halbzeitrückstand durfte der Gastgeber noch einen 9:6-Erfolg bejubeln.

Das Anschwimmen in den ersten beiden Vierteln ging an die Gäste. Torhüter Matthias Schädlich machte etliche gute Möglichkeiten der Vogtländer zunichte, doch in Unterzahl kassierte der SV 04 das 0:1 (4.). Mit einem verwandelten Fünfmeter erzielte Aleksandar Horvacki den Ausgleich (6.). Doch die Muldestädter hatten Probleme, ihre Überzahlsituationen zu nutzen. Da der Gegner permanent den Aufbau störte, war Zwickau häufig zu Distanzwürfen gezwungen. "Die Plauener sind körperlich sehr stark und schwimmerisch top-fit", erklärte SV-04-Kapitän Franz Czerner. Die Gäste waren effektiver im Abschluss und lagen zur Halbzeit mit 4:1 vorn. Nicht nur das Zwickauer Maskottchen, der Kampf-Schwan, auf der Technikanlage neben dem Tisch des Kampfgerichts ließ den Kopf hängen.

Im dritten Viertel konnte Justus Schneider das Anschwimmen gewinnen. Sein erster Wurf landete zwar am Pfosten, doch nun bekam Zwickau Oberwasser. "Abgeschrieben hatten wir uns nie. Der Wille war da. Wir haben um jeden Ball gekämpft", betonte Franz Czerner. Die 04er agierten nun aggressiver. Max Wüstner verkürzte auf 2:4, Schneider stellte den Anschluss her. Schädlich im Kasten begeisterte das Publikum mit Glanztaten. 42 Sekunden nach Beginn des Schlussdurchgangs gelang Schneider der Ausgleich.

Plauen legte wenig später abermals vor, doch Czerner verwandelte einen Fünfmeter zum 5:5. Wüstner machte das halbe Dutzend voll. Der Tabellenzweite glich wieder aus. Horvacki schloss einen Konter zum 7:6 ab und zeigte den begeisterten Zuschauern die geballte Faust. 54 Sekunden vor Ultimo klatschte ein Wurf der Gäste an den Pfosten. Puh! Durchatmen. Justus Schneider schnürte den Sack zu: 30 Sekunden vor Schluss netzte er zum 8:6 ein, und unter dem rhythmischen Beifall der Fans packte er vier Sekunden vor Schluss noch einen drauf. Trainer Sasa Cvejic war zufrieden: "Meine Mannschaft hat 150 Prozent aus sich rausgeholt. Ein Lob für die kämpferische Steigerung!"

Die Wasserballer des SV 04 sind stolz darauf, den Plauenern die erste Saisonniederlage beigebracht zu haben. Für die Muldestädter war es nach den Erfolgen in Neukölln und Halle bereits der dritte Sieg in Folge. Ein guter Start ins neue Jahr. Franz Czener: "Wenn es so weiter geht, dann können wir was reißen."

Statistik Zwickau (in Klammern Tore): Schädlich; Flechsig, Oelschlägel, Czerner (1), Berkner, Wüstner (2), Horvacki (2), Firmbach, Bakovic, Schneider (4), Elsner

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