Starke Torhüterleistung bringt den Nationaltrainer ins Grübeln

Marco Pohl im Kasten des VfL 05 war in der Champions-League-Vorrunde für seine Mannschaft der Fels in der Brandung.

Hohenstein-Ernstthal.

Nach der Schlusssirene im letzten Spiel der Vorrunde der Futsal Champions League fiel den Spielern des VfL 05 Hohenstein-Ernstthal gestern Nachmittag ein Stein vom Herzen. Mit 3:3 endete die Partie gegen Doukas SAC Athen aus Griechenland. Das Ergebnis bedeutete den Turniersieg.

"Manche haben bestimmt gedacht, dass es einfacher wird", sagte Torhüter Marco Pohl, der die gesamte Spielzeit im Kasten stand. Seine Vorderleute hatten es spannend gemacht. Bereits in der 4. Minute legte Gabriel Oliveira vor, doch fünf Minuten später glichen die Griechen aus. Sie spielten in der Defensive sehr flexibel und stellten den VfL immer wieder vor Herausforderungen. Abspielfehler blieben nicht aus und leiteten gefährliche Aktion von Doukas ein. Vor 600 Zuschauern entwickelte sich aber ein Spiel, das nur selten die ganz klaren Torszenen hatte. Nach 20 Minuten Nettospielzeit, aber insgesamt 38 Minuten, endete die erste Hälfte mit 1:1.

Nach dem Seitenwechsel gaben die Karl-May-Städter den Ton an und legten durch Marko Hudacek (26.) mit 2:1 vor. Danach wurden Chancen vergeben, was Doukas SAC mit dem Ausgleich (32.) bestrafte. Doch das 2:2 reichte den Griechen nicht, da sie einen Sieg brauchten, um weiterzukommen. Die Mannschaft stellte um und agierte mit spielendem Torhüter, was Gabriel Oliveira nach einem Ballverlust mit einem Schuss ins leere Tor ausnutzte. Auch der VfL änderte nun seine Taktik und setzte auf langen Ballbesitz, was aber nicht ganz klappte.

In der Schlussminute glich Doukas erneut aus, kam aber in den verbleibenden 35 Sekunden zu keiner weiteren klaren Chance. "Es war viel Nervosität dabei", sagte Trainer Petr Schatalin, der früher selbst Profitorhüter war und mit Marco Pohl und Pavlos Wiegels zwei der besten Futsal-Torhüter im Team hat. Während der aus Berlin stammende Wiegels regelmäßig in der Nationalmannschaft spielt, hat Pohl nur in der Startphase der Auswahl eine Rolle gespielt. Das hatte offenbar auf Seiten des DFB nicht rein sportliche, sondern auch strategische Gründe. Doch Pohls Leistungen in der deutschen Meisterschaft und der Champions League haben offenbar auch den in Hohenstein-Ernstthal anwesenden Nationaltrainer Marcel Loosveld ins Grübeln gebracht. "Wir haben uns unterhalten. Es gibt noch Chancen", sagt Marco Pohl, der aber zunächst einmal abklären muss, ob es beruflich und familiär machbar ist, in die Nationalmannschaft zurückzukehren.


Gabriel Oliveira trifft fünfmal

Zum Auftakt hatte der VfL nach einem 0:2-Rückstand mit 4:2 gegen KF Tirana aus Griechenland gewonnen. Das Spiel sahen 410 Zuschauer. Am Freitagabend bezwangen die Karl-May-Städter vor 610 Besuchern Belfast United souverän mit 12:0. Bester Torschütze in den drei Spielen war Gabriel Oliveira. Der Spanier mit brasilianischen Wurzel traf fünfmal.

Als Vorrundensieger ist der VfL für die nächste Runde der Champions League vom 2. bis 7. Oktober in Riga (Lettland) qualifiziert. Gegner dort sind FK Nigars Riga, CS Informatica Timisoara (Rumänien) sowie der Sieger der Partie Record Bielsko-Biala (Polen) gegen Varna City (Bulgarien).

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