Zwickauer Rodler steigen wieder auf ihre Schlitten

Seit wenigen Tagen darf der Nachwuchs des ESV Lok auf der Bahn am Westsachsenstadion trainieren. Die Verantwortlichen hoffen, im September auch einen Wettkampf organisieren zu können.

Zwickau.

Als Wintersportler hatten die Rodler des ESV Lok Zwickau zu Beginn der Coronakrise fast ein wenig Glück im Unglück. Ihre Saison war Mitte März abgeschlossen. Die Schließung der Trainingsstätten traf sie daher in einer Phase, in der für die Nachwuchssportler ohnehin eine Pause und Regeneration auf dem Plan standen.

Vor wenigen Tagen konnten sie nun - wenn auch mit Verspätung - in die Vorbereitung auf die neue Saison einsteigen. "Das Training läuft jetzt ein wenig komprimierter ab als sonst. Wir müssen Kraft, allgemeine Athletik und Rodeltraining verstärkt nebeneinander machen, damit wir im Oktober bereit sind, in den Eiskanal zu gehen", sagt Regionaltrainer Dany Reinhold.

In den vergangenen Wochen versorgten er und seine Übungsleiterkollegen des ESV Lok ihre Schützlinge mit Plänen für das Training zu Hause. Die wurden gut eingehalten. "Die Sportler kamen fit zurück aus der Zwangspause", erzählt Reinhold. Aufgrund der behördlichen Auflagen betreibt der Verein derzeit einen großen Aufwand, um die Trainingseinheiten auf die Beine zu stellen. Da zum Beispiel immer nur fünf Kinder gemeinsam an der Bahnanlage sein dürfen, wurden die Gruppen geteilt. Das bedeutet, dass das Training mehr Zeit in Anspruch nimmt. "Es ist schon sportlich, alles zu schaffen, was gefordert ist. Das allerwichtigste ist aber, dass wir wieder anfangen konnten", betont Dany Reinhold.

Auf der Bahn am Westsachsenstadion sind dabei nicht nur die Zwickauer Sportler aktiv. Auch Chemnitzer Rodler waren zuletzt oft zu Gast. Dazu kommen die Rodler, die eigentlich die Sportschule in Oberwiesenthal besuchen. Zu ihnen gehört der Zwickauer Pascal Kunze. Die Einschränkungen durch die Coronakrise bedeuten für ihn aktuell viel Fahrerei. Zwar kann er mittlerweile wieder wochenweise in Oberwiesenthal zur Schule gehen, das Internat aber ist noch geschlossen. "Ich bin einfach froh, dass wir jetzt wieder so gut es geht zusammen trainieren können. Aber vieles ist anders als sonst. Es finden vorerst zum Beispiel keine Trainingslehrgänge statt", erzählt der 17-Jährige.

Wann die Rodler möglicherweise Sommerwettkämpfe durchführen können, ist ebenfalls unklar. Beim ESV Lok hofft man auf den September. Dann soll in Zwickau der Glück-Auf-Pokal stattfinden. Nach der Absage der für Juli geplanten Drei-Bahnen-Tournee wäre dies der einzige Sommerwettkampf für den Nachwuchs.

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