Attacke auf Polizisten in Plauen - Gewerkschaft fordert Bodycams

Ein schon mehr als 2,4 Millionen Mal geklicktes Video im Internet zeigt, wie zwei Polizisten in Plauen am helllichten Tag angegriffen werden.

Plauen/Chemnitz.

Die Handy-Aufnahme mit dem Angriff auf die beiden Polizisten, das am Sonntag auf Facebook hochgeladen wurde, hat binnen weniger Stunden für Tausende empörte, aber auch für hämische Kommentare gesorgt. Der zweieinhalbminütige Film zeigt, wie am Donnerstag eine Streife auf dem Plauener Postplatz mit einem in Gewahrsam genommenen 23-jährigen Libyer wegfahren will, als sie von umstehenden Menschen angepöbelt wird. Als einer der Polizisten einen der Zuschauer auffordert, ihn nicht zu filmen, ignoriert dieser das. Als der Beamte ihm daraufhin das Handy wegnimmt, greift der Mann ihn an. Der andere Streifenpolizist, der zu Hilfe eilt, wird von jungen Männern festgehalten, gewürgt, getreten und geschlagen. Erst als einer der beiden Polizisten Pfefferspray einsetzt, beruhigt sich die Lage. Beide wurden leicht verletzt.

"Derartige Attacken sind am helllichten Tag eher die Ausnahme", sagte am Montag Torsten Scheller, Landesvize der Gewerkschaft der Polizei, auf Anfrage. "Diese kennen wir eher nachts zum Beispiel von Stadtfesten, bei denen Alkohol eine Rolle spielt." Deshalb erneuerte Scheller die Forderung nach einem flächendeckenden Einsatz von Bodycams (Kameras am Körper), die abschreckend wirken und zur schnelleren Aufklärung beitragen könnten. In Sachsen werden sie bisher in Leipzig und Dresden nur getestet.

Die Staatsanwaltschaft Plauen ermittelt nun gegen einen 38-jährigen Mazedonier, einen 21-jährigen Libyer und einen 16-jährigen Kroaten wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung. Ihnen drohen jeweils mindestens drei Monate Freiheitsstrafe. Für den Zwickauer Polizeipräsidenten Conny Stiehl ist das Video ein Beweis dafür, wie gefährlich Polizisten heute leben. "Man sieht, die Situation kann von einem Moment auf den nächsten kippen. Das gab es vor zehn Jahren in dem Maße nicht", sagte er auf Anfrage.

Laut Innenministerium ist zwischen 2011 und 2016 die Anzahl der Fälle von Gewalt gegen sächsische Polizisten um fast 30 Prozentpunkte auf 1462 gestiegen. 2017 nahm sie demnach um 13,5 Prozentpunkte wieder ab. 2527 Polizisten wurden Opfer von Übergriffen und 480 wurden durch Angriffe verletzt.

Einen Ausschnitt des Geschehens in Plauen sehen Sie hier:

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen
5Kommentare
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  • 5
    1
    Zeitungss
    22.08.2018

    Was kommt noch???? "Gastfreundschaft" ist demnach eine Sache der Auslegung. Ein solches Verhalten in den Herkunftsländern unsere Gäste und deren Auswirkung möchte ich jetzt nicht weiter ausschmücken, hier darf jeder selbst, ist aber nicht zwingend. Wer das Verhalten dieser "Schutzsuchenden" für gut und richtig findet, davon gibt es genug, sollte an sich arbeiten. Der Polizei meine Hochachtung für ihren besonnen Einsatz, er hätte auch anders ausgehen können.
    Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat zu diesem Vorgang eine Meinung, welche in den Medien nicht den Weg an die Öffentlichkeit finden würde, obwohl das hohe Gut der Meinungsfreiheit in D. angeblich einen besonderen Wert hat.

  • 4
    1
    Hankman
    21.08.2018

    @Pelz: Die Urteile in Strafsachen sprechen weder Sie noch ich. Und das ist gut so. Hoffen wir beide gemeinsam, dass ein Gericht eine ordentliche Strafe gegen die Täter verhängt. Im Text genannt ist nur die Mindeststrafe - es darf laut Gesetz gern ein ganzes bisschen mehr sein. Also warten wir ab. Was wir da gesehen haben, geht gar nicht. Meine Sympathie gehört den Polizisten, die von diesen Idioten angegriffen worden sind.

    Trotzdem: Zwei Dinge beschäftigen mich. Zum einen frage ich mich, wer hat da gefilmt? Im Gegensatz zu den Tätern ist er von den Polizisten nicht wegen des Filmens angegangen worden. Die Erklärung ist vielleicht ganz einfach, aber ich hätte sie gern. Zum anderen reden wir schon lange über die Bodycams für Polizisten. Für mich liegt auf der Hand, dass diese zumindest für die Beweissicherung eine sehr sinnvolle Sache sind. Also her damit. Aufhören, darüber zu quatschen und hin und her zu überlegen - einfach mal machen!

  • 7
    5
    alibaba75
    21.08.2018

    Normalerweise sind es nur die Kriminellen, die Fotos und Videos fürchten.

  • 8
    3
    aussaugerges
    21.08.2018

    Die Kinder der Angreifer haben sich über die Polizei kapput gelacht.
    Man stelle sich vor es wären AfD Leute.

  • 12
    3
    Pelz
    21.08.2018

    Ein 38-jähriger Mazedonier, ein 21-jähriger Libyer, ein 16-jähriger Kroaten. Echt?
    Ihnen drohen mindenstens 3 Monate Freiheitsentzug? Wahnsinn! Ist das nicht etwas zuviel für unsere künftigen Facharbeiter?



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