Dauerbrenner regen die Vogtländer auf

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75 Jahre"Freie Presse" Das Vogtland hat einige Themen, die zum Teil seit Jahren auf eine Lösung warten. Hier bleibt die "Freie Presse" im Auftrag ihrer Leser gern am Ball und hakt bei Verantwortlichen immer wieder nach.

Göltzschtalbrücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Am 15. Juli jährt sich die Einweihung der Göltzschtalbrücke, der größten Ziegelbrücke der Welt, zum 170. Mal. Für die "Freie Presse" steht sie durch die Jahre immer wieder im Fokus der Berichterstattung. Dafür sorgt das "Achte Weltwunder" selbst, 574 Meter lang, 78 Meter hoch, mit 81 Bögen auf vier Etagen, erbaut aus mehr als 26 Millionen Ziegeln - und mittlerweile elektrifiziert. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Ein düsteres Kapitel ist, dass sich hier immer wieder Menschen das Leben nahmen. Nach der Suizidserie von 2001/02 sichert die Bahn die Brücke besser gegen unbefugtes Betreten. Für Schlagzeilen sorgt die touristische Erschließung, die nie richtig in die Gänge kam. Der Vogtlandballon, ein Fesselballon, der auf 150 Meter Höhe steigen konnte, erwies sich 2000 bis 2013 mit vier Jahren Unterbrechung als echte Attraktion. Doch das ist vorbei. Der Fremdenverkehrsverein Nördliches Vogtland bietet seit 1992 Führungen an der Brücke an. Eine Vollgastronomie fehlt zurzeit ebenso wie ein Besucherzentrum. Eine Machbarkeitsstudie soll jetzt Wege in die Zukunft zeigen. Und die Bewerbung der Göltzschtalbrücke als Unesco-Welterbe ist angeschoben worden. (gb)

Waldbad Brunn - Totgesagte leben länger: 2025 werden es 100 Jahre, dass die Schwimm- und Parkanlage, wie das Waldbad Brunn in Auerbach ursprünglich hieß, existiert. Und im Moment besteht die Chance, das Jubiläum in einer sanierten Anlage feiern zu können. Eine Projektgruppe im Stadtrat arbeitet an einem Sanierungskonzept, das den Neubau einer Schwimmhalle und zweier Nichtschwimmerbecken im Freien vorsieht. Zwar ist die Entscheidung dafür noch nicht final gefallen und der finanzielle Rahmen mit 5,3 Millionen Euro eng gesteckt, die Zusage von Bundesfördermitteln über 2,3 Millionen Euro liegt aber schon vor. Damit hat die jahrelange Debatte um die 1998 zum Ganzjahresbad ausgebaute und 2005 wieder teilweise geschlossene Anlage eine überraschende Wendung genommen. Denn bis vor einem Jahr war der Tenor, keine neuen Investitionen in das inzwischen fast komplett marode Bad zu tätigen. Insbesondere in der Stadtverwaltung sah man darin ein Fass ohne Boden. Dass die Stimmung doch mehrheitlich Richtung Erhalt kippte, ist auch dem unermüdlichen Einsatz des Waldbadfördervereins, der sich 2012 mit Ziel der Wiedereröffnung des Hallenbades gegründet hatte, zuzuschreiben. (suki)

Straßenbau B 92 - eine unendliche Geschichte: Der Bau der Bundesstraße 92 in Oelsnitz ist der Dauerbrenner im oberen Vogtland. Seit Frühjahr vergangenen Jahres wird die Straße in Oelsnitz grundhaft ausgebaut. Die Facetten rund um dieses Millionenprojekt füllen regelmäßig Zeitungsspalten. Und die Beiträge erfahren stets größte Aufmerksamkeit, ist doch ein großer Teil der Menschen im oberen Vogtland direkt oder indirekt davon betroffen. Die indirekt Betroffenen, die als Kraftfahrer die Schlagader nicht passieren können, benötigen vor allem Informationen über Umleitungen, Teilöffnungen, alternative Verkehrswege. Hier steht der Servicecharakter der Beiträge an erster Stelle, denn keiner will unverhofft vor einer Sperrscheibe stehen. Auftrag der Redaktion ist es dabei, diese Informationen zu beschaffen und mit großer Reichweite zu verbreiten. Und dann gibt es auch direkt Betroffene. Das sind Anlieger, die ihr Geschäft hinter der Sperrscheibe haben oder Menschen, die an einer sonst ruhigen Anliegerstraße leben, die als Ausweichstrecke plötzlich zu einer Hauptverkehrsstraße wird. Ihre Sorgen sind Raserei, die Sicherheit der Kinder oder Lärm. Hier ist die Redaktion als Kümmerer unterwegs und verschafft Menschen eine Stimme. (tb)

Müll-Dilemma im Vogtlandkreis stinkt zum Himmel: Zu den Hinterlassenschaften der niedergegangenen DDR gehörten massive Umwelt- und Abfalllasten. Ganze Müll-Gebirge mussten in Deponien umgewandelt werden. Vieles geschah, doch von der Transparenz, auf die die Menschen allgemein und die Gebührenzahler insbesondere Anspruch haben, ist die Kreisbehörde mit Landrat Rolf Keil (CDU) an der Spitze weiter entfernt denn je. Ende 2020 sollte die Sanierung der größten Hausmülldeponie in Zobes abgeschlossen sein. Der angekündigte Ortstermin lässt weiter auf sich warten. Neben Fördergeld fließen dort Rücklagen aus Geld der Gebührenzahler ein. Doch der Kreis hatte Geld abgezweigt für eine Müllverwertungsanlage, die floppte und stillgelegt wurde. Die Kredite müssen dennoch abgestottert werden. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Einführung des neuen Abfallsystems geriet zur Lachnummer, weil die Kreisbehörde im Tonnenchaos versank und Bescheide an Verstorbene schickte. Müllwerker der kreiseigenen Firmen KEV, DSG und Glitzner sorgen trotz der Pleiten, Pech und Pannen für zuverlässiges Abholen des Abfalls. (ur)

Fotos: David Rötzschke (2), Christian Schubert, Bernd Weißbrod/dpa

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