Ehemaliger Jäger aus Plauen ist heute ein Märchenerzähler

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Sein ganzes Leben war Eitel Lienemann im Wald unterwegs. Heute schreibt der Plauener über ihn und seine Bewohner - dabei war es anfangs gar nicht seine Absicht, die Geschichten tatsächlich zu veröffentlichen.

Plauen. Als Eitel Lienemann in Rente ging, wollte er seinen Enkelkindern mit Geschichten aus dem Wald eine Freude machen. Doch die Kinder wollten die Geschichten nicht nur hören. Sie wollten, dass ihr Opa sie aufschreibt - und so wurde der Plauener zum Kinderbuchautor. "Märchenhafte Waldgeschichten zum Einschlafen, zum Lernen, zum Nachdenken" nannte sich seine erste Publikation aus dem Jahr 2005.

Der Rentner schreibt nicht nur, er illustriert seine Bücher auch. Doch das Zeichnen musste er erst lernen. Und das kam so: Lienemanns Nichte hatte seine erste Geschichten illustriert. Die aufgesuchte Druckerei konnte den Zeichenstil jedoch nicht verarbeiten und so setzte sich der Rentner zu Hause selbst an die Verbildlichung seiner Erzählungen.

Die Werke veröffentlicht Lienemann selbst - reich werden möchte er mit seinen Geschichten rund um den Wald, die Natur und die heimischen Tiere nicht. Vielmehr hat der Autor viel Freude an seiner Arbeit und diese Begeisterung soll sich auf den Leser übertragen. Bereits veröffentlicht hat der Plauener indes nicht nur Märchen. Lienemann bringt unter anderem jedes Jahr eine Publikation über den Vogel des Jahres heraus, mittlerweile in einem kleinen Buch. 2021 widmet er sich dem Rotkehlchen. Des Weiteren schreibt er über die verschiedenen Jahreszeiten und deren Auswirkung auf die Natur und deren Tiere. Sein letztes Werk "Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die vier Jahreszeiten" wurde vor etwa zwei Jahren veröffentlicht. Oft begleiten die Erzählungen selbstverfasste Gedichte. "In meinen Vogelzeichnungen steckt meine Seele drin", sagt er.

Besonders stolz ist Lienemann auf ein Erlebnis mit dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). "Als Helmut Kohl 2016 über Weihnachten erkrankt war, habe ich ihm meine märchenhaften Waldgeschichten geschickt. Und ich bekam einen sehr schönen Brief von ihm zurück", erinnert sich der Plauener. In dem Schreiben bedankte sich Kohl herzlich bei dem Rentner für die selbstverfassten Waldgeschichten - den Brief hütet der Vogtländer wie einen Schatz.

Der heute 82-Jährige hatte einst eine Försterausbildung absolviert und arbeitete später hauptsächlich als Jäger. Er fühlt sich sehr mit der Natur und den heimischen Tierarten verbunden.

Der Rentner und seine Frau waren bis vor zwei Jahren oft wandernd in der Region unterwegs. Sie hatten Kräuter gesammelt und daraus selber Tee zubereitet. "Seit einer Operation können wir aber leider nicht mehr so wie früher. Das fehlt uns ganz schön und tut mir in der Seele weh. Ich war mein Leben lang draußen unterwegs", sagt Eitel Lienemann.

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