Inklusionsfest in Plauen: Protest gegen Neonazi-Kundgebung

Plauen.

Hunderte Vogtländer haben am Samstagnachmittag in der Plauener Innenstadt ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt. Beim Fest "Voll normal" auf dem Theaterplatz tanzten, sangen und bastelten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam. Vereine und Initiativen stellten ihre Arbeit vor und informierten über Angebote.

Am nur wenige Meter entfernten Gleisdreieck protestierten Vertreter des Runden Tisches auf stille Weise und mit Luftballons gegen eine zeitgleich direkt vor dem Landratsamt stattfindende Kundgebung der rechtsextremistischen Kleinpartei Der Dritte Weg. Diese veranstaltete dort mit Hüpfburg, Kleiderausgabe und gastronomischem Angebot ihren Wahlkampfabschluss. Die Resonanz auf die Angebote der Rechten war verhalten.


Die Versammlungsbehörde des Vogtlandkreises hatte den Neonazis zuvor unter anderem Biertischgarnituren und die Hüpfburg untersagt. Das Verwaltungsgericht Chemnitz hob laut Kreissprecher Uwe Heinl diese Verbote am Freitagnachmittag auf. Dennoch setzte das Landratsamt diesmal ein deutliches Signal: Die Behörde ließ die Schaufenster der Kreisverwaltung bunt bekleben und machte so Werbung für das Behindertenfest. Zugleich hing an der Fassade des Landratsamtes ein großflächiges Plakat, welches auf eine Neonazi-Aussteigerorganisation aufmerksam machte. Landrat Rolf Keil (CDU) zeigte zudem persönlich Gesicht. Die Versammlungsbehörde müsse zwar neutral sein - doch die Plakate an den Schaufenstern seien ein Bekenntnis gegen rechte Umtriebe in Plauen: "Das gefällt uns nicht", sagte Keil. "Nur die Zivilgesellschaft kann sich dagegen stellen."

Neben Keil stärkten etliche andere Politiker das Fest der Behinderten und zeigten Flagge für Respekt und ein vielfältiges Miteinander - parteiübergreifend. Nach Plauen gekommen war auch Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). "Wir wollen fröhlich, freundlich und friedlich feiern und uns klar gegen Nazis stellen", sagte sie. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der nach dem Aufmarsch des Dritten Weges am 1. Mai in Plauen angekündigt hatte, beim nächsten demokratischen Protest im Vogtland dabei zu sein, fehlte. Er sei aus Termingründen verhindert, hieß es aus Dresden.

Sven Delitsch, Vorstand der Diakonie Auerbach, die das Fest "Voll normal" veranstaltete, zeigte sich zum Abschluss indes sehr zufrieden über die Resonanz. "Das war ein Fest der Demokratie", sagte er. Am späten Nachmittag folgte die Aufführung eines Theaterstücks des Netzwerks für Inklusion auf der Kleinen Bühne des Vogtlandtheaters. (nd)

Bewertung des Artikels: Ø 3.5 Sterne bei 2 Bewertungen
10Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    IchundIch
    27.05.2019

    @Freigeist14 ich verstehe Ihren Frust aber es hat keiner Frohlockt. Es wurden nur die in den Medien stehenden Wahlergebnisse kommentiert und weitergegeben.

  • 2
    2
    Freigeist14
    27.05.2019

    IchundIch@ frohlocken Sie nicht zu früh. Für selbsterklärte Nationalsozialisten vulgo : Faschisten wird es keine Normalität und Etablierung geben . Mein Ehrenwort .

  • 1
    6
    IchundIch
    27.05.2019

    @Distelblüte @Blackadder sie geben sich doch mit Ihren Postings über Wochen schon selbst die Antwort auf die Frage warum so viele die Partei der III. Weg gewählt haben. Gute Zeit noch und immer schön auf Linie bleiben !

  • 4
    2
    Distelblüte
    27.05.2019

    @Ichundich: Rechtsextrem und stolz darauf? Sie erinnern sich, wie das beim letzten Mal ausgegangen ist?
    Ich baue darauf, dass die 96, 16 % Prozent dafür sorgen, dass Sie und Ihre Freunde nicht noch einmal eine solchen Schaden anrichten.

  • 3
    3
    Blackadder
    27.05.2019

    @IchundIch: Traurig, dass so viele Plauener eine offen rechtsradikale Partei gewählt haben, die unseren Staat und seine Demokratie ablehnt!

  • 2
    5
    IchundIch
    27.05.2019

    @Blackadder habe ich Sie gefragt ? Das sin Top 3,84 % in 3 Jahren Arbeit mit einer handvoll Mitglieder gegen 14,49 % in fast 30 Jahren SED Nachfolgepartei ! Aber wie immer Hauptsache was geschrieben und gelabert . Schauen Sie sich mal die direkten Stimmen an , aber nicht heulen. LG

  • 1
    5
    Blackadder
    27.05.2019

    @IchundIch: Weil eine Demo und eine Wahl zwei unterschiedliche Sachen sind?

    Zumal ich nicht weiß, warum Sie sich so aufplustern? Der III. Weg hat gerade mal 3,84% geholt, die Partei von Herrn Grünler aber 14,49% !

  • 2
    3
    IchundIch
    27.05.2019

    @kgruenler, wenn beim Dritten Weg wenige Leute waren , wieso sind Sie da nicht in den Kreistag und Stadtrat gezogen, sondern der III.Weg ?

  • 8
    5
    Tauchsieder
    26.05.2019

    Was war dies eigentlich, war es ein Inklusionsfest so wie in der Überschrift angekündigt, oder wurden hier Menschen mit Behinderung zu einer Gegendemonstration gegen den III. Weg missbraucht. Hier scheint jeder etwas hineinzuinterpretieren wie es ihm gerade passt. Man sollte nicht versuchen die Einen gegen die Anderen auszuspielen und beide Sachen strikt trennen.
    Bei der ganzen Sache scheint man sich gar nicht daran zu stören, dass der Rotschopf aus der Lausitz sein Versprechen gebrochen hat. Das lässt man einfach unter den Tisch fallen und mit fadenscheinigen Argumenten erklären. Ist man denn schon so weit, dass solche Versprechen einfach zu den Akten gelegt werden, man nichts anderes von der Politik erwartet?
    Nun, schaun mer mal, heute sind Wahlen!

  • 6
    14
    kgruenler
    25.05.2019

    Sehr eigenartiger Bericht. Man könnte den Eindruck gewinnen, das wäre eine Veranstaltung der CDU gewesen, was im Grunde so nicht stimmt. Hier haben viele Vereine und Verbände sich ins Zeug gelegt und alle demokratischen Parteien (also vor allem Grüne, Linke, SPD) haben unterstützt. Die CDU kommt einen Tag vor der Wahl kackdreist daher und stellt sich als "Macher" dar. Das stimmt einfach so nicht!

    Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass die AfD sich auf dem Grund der Stadtgalerie mit einem kaum besuchten Ministand klar vom Geschehen distanzierte und auch der Dritte Weg zog vorm Landratsamt kaum Publikum an, außer denen, die sowieso immer dort sind.

    Schade, dass sich die "Freie Presse" zum Sprachrohr der CDU macht, man kann nur hoffen, dass ein neutralerer und deutlich differenzierter Artikel nachfolgt, der alle Beteiligten gleichermaßen behandelt und nicht nur die CDU einseitig bevorzugt!



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