Paar aus dem Vogtland berichtet aus der Ukraine: Den Landwirten fehlt es an Kraftstoff

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Elsterberg/Protopopiwka. Kampfgetöse und Stille, Krieg und (scheinbarer) Frieden wechseln sich ab bei Gabi und Achim Döbrich in der Zentralukraine. "Es ist wie Frieden", verkündet das Paar in ihrer Videobotschaft am 1. Mai. Nach langer Zeit gab es wieder ein Wochenende ohne Luftalarm und Schießübungen.

Mit Freude haben die Menschen im Dorf die Nachrichten aufgenommen, die aus der ländlichen Gegend um Charkiw kommen. Dort sei es den Ukrainern gelungen, das russische Militär zurückzudrängen. In diesen Dörfern würden wieder die ukrainischen Flaggen gehisst, erzählen die ukrainischen Geflüchteten armenischer Abstammung, die bei Döbrichs Zuflucht gefunden haben. "Jubel bei unserer armenischen Familie: Arturs Eltern, die zwischen Charkiw und russischer Grenze wohnen, sind befreit worden", berichtet Gabi Döbrich. Die Fluggesellschaft Wiss Air bietet ab Juli Flüge von Kiew nach Armenien an. Arturs Frau Asja hofft, im Sommer ihre Mutter in Armenien besuchen zu können. Abgesehen von den ersten beiden Tagen, in denen völlige Stille herrschte, fühlten sich die Menschen mittlerweile von permanentem Fliegeralarm und den Gefechtsübungen der ukrainischen Truppen genervt. Ganz in der Nähe ihres kleinen Dorfes testet die ukrainische Armee Raketen, Panzerabwehr-Geschosse schweren Kalibers. Auch in der nächst größeren Stadt Oleksandria ist es mit der Ruhe vorbei. Dort gehe es zu wie in der Großstadt, beschreibt Achim Döbrich. Die ganze Stadt sei zugeparkt - der Zu- und Durchzug von Geflüchteten aus dem ganzen Land sei deutlich spürbar. Im Kontrast dazu geht es friedlich zu auf den Feldern, auf denen Achim Döbrich jetzt täglich zu tun hat. Dank des eigenen landwirtschaftlichen Betriebes gebe es genug zu Essen. "Wir haben eigenes Brot und Butter, die Hühner legen Eier, die Frauen machen Quark und Käse. Es könnte schlimmer sein", hält Achim Döbrich fest. Trotzdem: Weil wichtige Öl- und Kraftstofflager von russischen Bombern getroffen und zerstört wurden, macht sich der Spritmangel auch im Hause Döbrich bemerkbar. Kraftstoff fehlt, den die Landwirte dringend für die Bestellung ihrer Felder per Landmaschinen brauchen. (cze)

Weitere Beiträge finden sie hier

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.