Probleme bei Breitband-Erschließung in Plauen

Plauen.

Die Erschließung Plauener Haushalte mit Glasfaseranschlüssen wird sich verzögern. Die Stadtwerke Strom Plauen haben um Entlassung aus den dazu mit dem Vogtlandkreis abgeschlossenen Verträgen gebeten. Darüber informierte am Dienstag Landrat Rolf Keil (CDU). Der schriftliche Antrag dazu ging am Montag im Landratsamt ein. Als Grund werden wesentliche Kostenerhöhungen im Bereich Tiefbau und technisches Equipment genannt. Diese hätten zu einer Verdopplung der berechneten Wirtschaftlichkeitslücke geführt, die Grundlage für die Förderung der Arbeiten durch den Bund und das Land Sachsen ist. Die zuständige Fördermittelbehörde hat eine Erhöhung der Fördermittel von bisher rund 7 auf 14 Millionen Euro jedoch abgelehnt.

Die Stadtwerke Strom Plauen hatten für fünf Fördergebiete innerhalb der Stadt Plauen den Zuschlag erhalten, die bisher mit weniger als 30 Mbit versorgt sind, darunter die Ortschaften Neundorf und Kauschwitz sowie Teile von Chrieschwitz und Haselbrunn. Bis Ende 2020 sollten dadurch rund 1600 weitere Haushalte und Gewerbeeinheiten der Stadt mit Breitbandanschlüssen versorgt sein. Das Unternehmen unterhält bereits ein Glasfasernetz im Stadtgebiet, mit dem rund 22.000 Kunden belieferbar sind. Dieses ist von der Problematik nicht berührt, sagte Geschäftsführer Peter Kober. Das Unternehmen bedaure die aktuelle Entwicklung und werde in den nächsten Wochen auf jeden Fall Betroffene anschreiben und sich erklären. Landrat Keil kündigte an, insbesondere auch im Interesse der Plauener Bürger nun nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung suchen zu wollen. Klarheit darüber soll nach Möglichkeit bis zur Juni-Sitzung des Kreistages bestehen. Unberührt von den aktuellen Problemen sei die Erschließung des Gewerbegebiets Oberlosa mit Glasfaseranschlüssen durch die Stadtwerke. Auch für die anderen laufenden Breitband-Erschließungsgebiete Vogtland-Süd und Vogtland-Nord seien aktuell keine Probleme durch etwaige Kostenerhöhungen bekannt, sagte Wirtschaftsförderin Marion Päßler.

Torsten Kleditzsch

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Einspruch
    09.04.2019

    Ja, da gibt es auch Einen Internetanbieter, der einen Monatelang die größte Datenrate verspricht und zum irgendwann zum Wechsel bewegt. Nachdem man dem alten Anbieter gekündigt hat, wird bedauerlicherweise festgestellt, das die alten Leitungen doch nicht viel mehr hergeben. Manchmal sollte man halt eins und eins erst zusammenzählen, bevor man sich entscheidet.

  • 5
    0
    Tauchsieder
    09.04.2019

    Hochtrabender Worte folgt jetzt die Ernüchterung. Als Tiger zum Sprung angesetzt, nun als Bettvorleger von Plauen gelandet.
    Das lässt nur den einen Verdacht zu, dass man von Anfang an den Mund zu voll genommen hat, für diese Aufgabe überfordert war. Einfach nur peinlich!



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