Gefahrenabwehr: Warum die Behörden die Bäche im Landkreis Zwickau nur selten kontrollieren

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Nach den heftigen Unwettern in letzter Zeit wird in Glauchau der Ruf nach den Gewässerschauen immer lauter, um Risiken zu minimieren. Doch ganz so einfach ist das nicht, wie ein Beispiel aus Wernsdorf zeigt.

Glauchau.

Dieser Sommer hat es bereits mehrfach gezeigt - ein beschauliches Bächlein kann bei einem Unwetter ganz schnell zur Gefahr für die Anlieger werden. Nicht nur die Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat es vor Augen geführt, auch in der Region gab es, wie etwa Anfang Juni, nach heftigen Regenfällen Überschwemmungen. Erhebliche Sachschäden waren unter anderem in Glauchau-Gesau und Meerane zu beklagen.

"Aufgrund der zunehmenden Unwetterereignisse sollte die sogenannte Gewässerschau an den Bächen wieder mehr in den Fokus gerückt werden", sagt mit Andreas Winkler der Ortsvorsteher von Wernsdorf. Diese Besichtigung beziehe einmal das Ufer und das für den Hochwasserschutz und die ökologische Funktion erforderliche Umfeld mit ein. Die letzte Gewässerschau am Wernsdorfer Bach liegt viele Jahre zurück, sagt Winkler. Deshalb habe er sich an die Untere Wasserbehörde des Landkreises gewandt, um in diesem Jahr eine Gewässerschau am Wernsdorfer zu initiieren. "Leider ist das aus personellen Gründen nicht möglich", sagt der Ortsvorsteher und fügt hinzu: "Das ist ohne Frage unbefriedigend."

Das wird es möglicherweise auch bleiben. Der amtierende Landkreissprecher Falk Ester formuliert es so: "Die Arbeitssituation in der unteren Wasserbehörde war in den vergangenen Jahren sehr angespannt." Zunehmend werde es schwieriger, freie Stellen mit geeignetem Fachpersonal zu besetzen. Bei befristeten Stellen sei das in den letzten drei Jahren gar nicht mehr möglich. Zum Personalproblem kommen laut Ester noch die Bearbeitung von Vorgängen im Zuge der Schadensbeseitigungen nach dem Hochwasser 2013 und die Umrüstung der Kleinkläranlagen auf die Vollbiologie. All dies sei durch die untere Wasserbehörde neben den Gewässerschauen ebenfalls noch zu bearbeiten gewesen. Die letzte Gewässerschau am etwa 4,5 Kilometer langen Wernsdorfer Bach wurde laut Ester im Jahr 2013 durchgeführt, und zwar im April, also vor dem verheerenden Hochwasser damals.

Bei solchen Gewässerschauen, die die Wasserbehörden mit Vertretern der zuständigen Kommunen von Landwirtschafts-, Forst- und Fischereibehörden laut Wassergesetz regelmäßig durchführen sollen, sollen Mängel und Gefahren frühzeitig feststellen beziehungsweise die Mängel beseitigen. Somit können laut Winkler Risiken und Gefahren minimiert werden. Das gelte für alle Bäche in Glauchau gleichermaßen.

Gewässerschauen beinhalten laut Falk Ester im Normalfall die Begehung eines Gewässers in seiner gesamten Länge. Die Durchführung erfolge planmäßig für die Gewässer im gesamten Kreisgebiet, das seien insgesamt etwa 1500 Kilometer Fließgewässer. Die Verteilung dieser Begehungen richte sich nach wasserwirtschaftlicher Relevanz, wie zum Beispiel dem Auftreten von Problemstellen und Bebauung. Unabhängig davon könnten lokale Probleme oder Sachverhalte, die die Gewässer betreffen, jederzeit an die untere Wasserbehörde herangetragen werden. Daraufhin finde eine entsprechende Ortseinsicht mit den Beteiligten und Betroffenen statt. Dies sei gängige Praxis.

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