Als Chauffeur sorgt er manchmal sogar für Freudentränen

Ehrensache! Engagiert in Westsachsen. Heute: Gottfried Barth. Der Werdauer kümmert sich darum, dass alle pünktlich ankommen.

Werdau.

Wie viele Kilometer er in den zurückliegenden Jahren für das Diakoniewerk Westsachsen gefahren ist, kann Gottfried Barth beim besten Willen nicht sagen. Aber eines schon: "Es war bisher immer unfallfrei", erklärt der Werdauer und klopft schmunzelnd auf Holz. Seit 2004 chauffiert der heute 76-Jährige rüstige Rentner, die noch etwas erleben wollen. "Wir waren mit unseren Autos schon in Oberwiesenthal, zu verschiedenen Kaffeefahrten, zu mehrtägigen Ausflügen im bayrischen Wald. Es war eine tolle Zeit."

Mittlerweile sind aber auch die Senioren älter geworden, und ihre Freizeit beschränkt sich meist auf Veranstaltungen, die im Gemeindezentrum der Diakonie in der Werdauer Innenstadt angeboten werden. Gottfried Barth holt dafür die Besucher aus dem Stadtgebiet, aus den Werdauer Ortsteilen und den benachbarten Gemeinden ab. Aber auch Bewohner des Altenpflegeheimes "Sichem" gehören zu seinen Fahrgästen. Zu 90 Prozent sind es Frauen, die der pflichtbewusste Ehrenamtler kutschiert. Und die sind des Lobes voll über ihren Gottfried. "Er ist immer gut gelaunt, pünktlich, freundlich und umsichtig", sagen Edith Langbein, Brigitte Göldner, Helga Müller und Christa Plecher einmütig. Die Frauen gehören zur Fahrgemeinschaft aus Werdau-Ost und lassen auf ihren Chauffeur nichts kommen. "Ohne ihn wären wir aufgeschmissen. Aber so steigen wir jeden Dienstag bei ihm ein und wissen, wir kommen gut und sicher an und wieder nach Hause", freuen sich die 80- bis 93-Jährigen über diesen unkomplizierten Fahrdienst.

Auch Johannes Queck, Leiter des Altenpflegeheimes, weiß, was er an Gottfried Barth hat. "Er tut alles für die Begegnungsstätte, mit viel Engagement und vor allem mit Herz und Liebe für die Besucher. Er kennt die Wünsche und Bedürfnisse unserer rund 100 Mitglieder der Begegnungsstätte und macht vieles Unmögliche möglich." So erfülle der Werdauer auch besondere Platzwünsche im Gemeindezentrum. Wenn kein Bus zur Verfügung steht, suche er nach Alternativen, um die Besucher abzuholen. "Freudentränen gibt es, wenn er Geburtstagskarten zu Besuchern bringt, die nicht mehr zu den Veranstaltungen kommen können."

So viel Lob ist Gottfried Barth gar nicht recht. "Ich bin immer froh, wenn alle wieder gut und sicher zuhause sind." Für die Fahrten geben die Passagiere einen Unkostenbeitrag. Dafür werden das Benzin bezahlt und eventuelle Reparaturen und Wartungen an den Fahrzeugen erledigt. Durch seine Frau Helga ist der Werdauer zum Ehrenamt innerhalb der "Action Activ" gekommen. "Sie war schon engagiert, als es unser Gemeindezentrum an der Marienkirche noch gar nicht gab", sagt der 76-Jährige, der früher in der Kfz-Instandsetzung einer großen Lkw-Werkstatt gearbeitet hat. Von daher liegt ihm wohl das Autofahren irgendwie im Blut.

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