Aufreibender Sport bringt Team Platz 3 bei Meisterschaft

Ein Lichtensteiner frönt einem rasanten Hobby. Er ist immer am Durchdrehen - und hat damit bei den Meisterschaften im Nachbarland Tschechien den 3. Podestplatz erkämpft.

Reichenbach.

Kreativität ist sein Geschäft. In der Woche verwandelt René Scherübl aus Lichtenstein mit extravaganten Foliendesigns langweilig lackierte Autos und Motorräder in schnittige Renner. Mit seiner Zwickauer Firma RS Design verhilft er jeder Karosse zum gewünschten Dekor.

Am Wochenende hat die Kreativität frei, dann lässt es der 36-Jährige krachen - mit getunten 280 PS unter Haube seines Toyota Supra MK4, ein Rechtslenker mit einem Reihensechszylinder Sauger. Mit dem Boliden katapultierte sich der Sachse in der tschechischen Driftmeisterschaft CDS, einer der Top-Drift-Ligen Europas, auf Platz 3 in der Klasse Semi Pro Semi. Ein Riesenerfolg, denn Scherübl fährt im Starterfeld eines der leistungsschwächsten, aber schwersten Autos. "Und das musst du vom Start weg bei permanent durchdrehenden Antriebsrädern bis zum Ziel bei Geschwindigkeit am obersten Limit ausbalancieren, ohne vom Parcours abzufliegen", sagt Scherübl. Warum aber Driften? Klar, er liebt die Geschwindigkeit. Die Neigung wurde ihm in die Wiege gelegt. Vor 20 Jahren war er Deutscher Minibikemeister, fuhr 2000 auf Platz drei im Rundstreckenpokal der 125ccm-Klasse. "Ich bin 20 Jahre Motorradrennen gefahren. Motorsport aufgeben kam nicht infrage. Aber wir wollten etwas Verrücktes machen", erinnert er sich an den Team-Start im Jahr 2013. Das Abc des Driftens lernte Scherübl bei Rallye- und Testfahrer Peter Corazza. "Er leitet die Drifttrainings auf dem Sachsenring. Da habe ich mich mal mit eingeklinkt. Und das hat unglaublich viel Spaß gemacht." Nicht immer lief es so gut wie in diesem Jahr. "Das Auto hatte einige Kinderkrankheiten. Motorschäden passieren natürlich, wenn man nicht auf sein Auto hört", erinnert sich Superschrauber Maik Weihrauch aus Oschersleben. "Er hat das Auto dann erst mal komplett neu aufgebaut. In diesem Jahr lief es wie ein Uhrwerk ohne irgendwelche Pannen", lobt René Scherübl seinen 42-jährigen Cheftechniker. Wenn der zum Rennen nicht dabei ist, muss Servicemechaniker Marko Bernert ran. "Dann haben wir aber immer den heißen Draht zu Maik."

Das Auto muss einiges aushalten. Das Geheimnis des Driftens ist Vollgas in Verbindung mit einer hydraulischen Handbremse, mit der man die Hinterachse vollständig blockieren kann. Außerdem ist der Reifenverschleiß enorm. 100 Reifen gehen pro Saison drauf. Diesmal standen bei der tschechischen Meisterschaft sechs Läufe mit je drei Rennen auf dem Programm. "Ich denke, mit Platz drei haben wir gezeigt, dass wir mit einem guten Tuner wie Japansports und einem perfekt auf den Fahrer zugeschnittenen Auto auch leistungsstärkeren Boliden paroli bieten können", sagt Scherübl.

Auch im deutschen Championat hat sich die Lichtensteiner Truppe vorn gezeigt. Platz drei am Lausitzring, Platz zwei in Oschersleben. Bei der Speednation konnte der Lichtensteiner sogar gewinnen.

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