Bauzaun verrät etwas zur Chenille

Das informative Projekt des Stadtmuseums Lichtenstein und des Geschichtsvereins zieht in die Innenstadt um. Und die 1960er-Jahre leben an einem Abend wieder auf.

Lichtenstein.

Der informativste Bauzaun Westsachsens wird am heutigen Dienstag seinen neuen Standort einnehmen. Wie Anne-Sophie Berner, Leiterin des Stadtmuseums mitteilte, steht der zehnte Stopp diesmal am Viadukt an, genauer an der Inneren Zwickauer Straße 24. Das dortige Wohn- und Geschäftshaus der Firma Ebert & Co. sowie das später angebaute Fabrikgebäude erstrahlen laut Berner "heute wieder in neuem Glanz und werden für Wohn- und Geschäftszwecke genutzt".

Dort befand sich seit 1875 eine Chenilleweberei. Der Betrieb gehörte zuletzt zum VEB Möbelstoff- und Plüschwerke Hohenstein-Ernstthal und wurde 1990 geschlossen. Chenille steht französisch für "Raupe" und bezeichnet ein Gewebe oder Gewirke mit einer samtartigen Oberfläche, das aus Chenillegarn hergestellt wird. In der Lichtensteiner Fabrik wurden edle Chenillestoffe für den gehobenen Bedarf produziert.

Zudem wird es am Donnerstag, dem 5. November eine Midissage der aktuellen Sonderausstellung zur Lichtensteiner Industriegeschichte geben. Im "Kultur.Palais.Lichtenstein"- so wird das Daetz-Centrum in einem Veranstaltungsflyer genannt- sind neben interessierten Gästen sowie Freunden und Förderern des Bauzaunprojektes auch alle Rätselfreunde eingeladen, die sich am Lösen der Fotorätsel beteiligt haben, die zuletzt im "Lichtensteiner Anzeiger" zu finden waren. An besagtem Abend soll ab 18 Uhr auch das letzte Rätsel gelöst werden.

Den Gästen soll ein Spaziergang durch die Lichtensteiner Industriegeschichte geboten werden. Das Team um Anne-Sophie Berner entführt diesmal in die Zeit der 1960er-Jahre. Mit zahlreichen Bildern von Lichtensteiner Hobbyfotografen wie Günter Zierold, Manfred Hergesell und Bruno Lippmann geht es vom Süden über Callnberg in Richtung Norden, vorbei an Webereien, Färbereien und anderen Betrieben. Die Fotos erzählen vom Stadtalltag und seiner Prägung durch die vielen kleinen Fabriken zwischen Wohnhäusern oder auch am Stadtrand. Der Abend soll mit festlicher Gitarrenmusik umrahmt werden.

Bei der Veranstaltung gelten die aktuellen Corona-Regeln. Und deshalb wird um eine telefonische Voranmeldung gebeten.

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