Ein dunkles Kapitel aus der NS-Zeit

Oberlungwitz: Vortrag zu "Deutschen Christen"

Oberlungwitz.

Die evangelische Kirchgemeinde in Oberlungwitz lädt am Dienstag zu einem Gemeindeabend mit Joachim Krause aus Schönberg ein, der ein dunkles Stück der Regionalgeschichte thematisieren wird. Er stellt sein Buch "Im Glaube an Gott und Hitler - Die "Deutschen Christen" aus dem Wieratal und ihr Siegeszug ins Reich von 1928 bis 1945 vor". Dabei handelt es sich um eine kommentierte Dokumentation, die 2018 erschienen ist und zeigt, wie die Gemeinden in Region im Grenzgebiet von Sachsen und Thüringen Nationalsozialismus und Glauben verbanden.

Zwei junge Pfarrer aus Bayern, Siegfried Leffler und Julius Leutheuser, kamen 1927 in der Kirchgemeinden von Niederwiera und Flemmingen. Sie begeisterten die Menschen schnell für den Nationalsozialismus und die Bewegung der "Deutschen Christen", die laut Krause im Altenburger Land ihren Ursprung hatte. Leffler wurde später Leiter des "Entjudungsinstituts" in Eisenach, das alles Jüdische aus Theologie, Kirchenmusik und Gemeindeleben tilgen sollte. Die Aufarbeitung dieses dunkeln Kapitels gestaltete sich schwierig.

Der Gemeindeabend war in der Abteikirche geplant und wurde in die St. Martinskirche verlegt, da dort mehr Platz ist. Die Veranstaltung beginnt 19.30 Uhr. Eintritt frei. (mpf)

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