In der Doege-Mühle gibt es Mode mit gutem Gewissen

Hohe Ansprüche stellt die Modedesignerin Natascha von Hirschhausen an ihre Kollektion. Die war in Langenchursdorf zu sehen.

Langenchursdorf.

Von der Weltmetropole Berlin ins idyllische Langenchursdorf ist der Weg für Modedesignerin Natascha von Hirschhausen eigentlich gar nicht soweit. Sie ist die Freundin von Lucas Doege, dessen Familie in der Langenchursdorfer Mühle lebt und im Mahlboden regelmäßig Raum für Kunst und Kultur bietet. Am Wochenende war es nun besondere Mode, die hier zu sehen war. Nachhaltigkeit, Ethik und fairer Handel sind der 27-Jährigen immens wichtig. "Das waren schon immer wichtige Themen für mich", sagt sie und konnte deshalb auch mit "Ja" antworten, als sie sich fragte, ob ein weiteres Modelabel überhaupt Chancen und eine Daseinberechtigung haben könnte.

Nach einem Jahr im Studium der medizinischen Physik in Halle wechselte Natascha von Hirschhausen nach Berlin und studierte dort Modedesign an der Mediadesign Hochschule und später an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Ihre Bachelorarbeit zum Thema "Nachhaltigkeit 2.0 - Entwicklung einer open-source Kollektion" und die spätere Masterarbeit zur ethischen Modegestaltung zeugen davon, dass sich die junge Frau eben nicht nur Gedanken darüber macht, wie Kleidung schön aussehen könnte, sondern dass auch die Bedingungen bei der Entstehung eine große Rolle spielen. Dazu beigetragen hat auch ein Weiterbildungsprogramm, dass sie nach Dhaka in Bangladesh führte, wo deutlich sichtbar wurde, welche negative Folgen die Herstellung textiler Massenware haben kann.


"Einzelne Sachen lasse ich nähen, aber der Großteil kommt direkt von mir", erzählt die Berlinerin, die sich in der Hauptstadt schon ein Stück weit einen Namen gemacht hat. Am liebsten fertig sie die Kleidungsstücke direkt auf Bestellung an. "So ist es etwas Besonderes und Individuelles", sagt sie und will so auch Überproduktion vermeiden. In ihrer Kollektion legt sie den Schwerpunkt auf schlichte Eleganz und verarbeitet vor allem hochwertige Wolle, Kaschmir oder Seide, die natürlich nach sozialen und ökologischen Standards hergestellt und gehandelt wurde. Natürlich ist ihre Kleidung teurer als Massenware, doch mit anderer Qualitätskleidung kann sie sich auch preislich messen.

Mit viel Idealismus und großer Einsatzbereitschaft hat Natascha von Hirschhausen die ersten Schritte gut bewältigt. "Es soll langsam und nachhaltig wachsen", sagt sie über ihre Zukunftspläne und plant, bald die ersten Angestellten zu haben. Und noch etwas verrät Natascha von Hirschhausen. Mit Eckart von Hirschhausen, unter anderem Schriftsteller, Kabarettist und Moderator, ist sie entfernt verwandt.

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