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Müllbrand: Fahrer reagiert blitzschnell

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Als sich Batterien oder Sprayflaschen im Laderaum entzündeten, kam es in Meerane auf jede Sekunde an. Und gute Ortskenntnis zahlte sich aus.

Meerane/LObsdorf.

Es gibt für die Szenarien weder Handbücher noch Crashkurse. Schnelle, kluge und instinktive Entscheidungen müssen getroffen werden - mit kühlem Kopf und guter Ortskenntnis. Eigenschaften, auf die sich Peter Ende (53) am Mittwoch an einem ungewöhnlichen und ereignisreichen Arbeitstag im Norden von Meerane verlassen konnte. Der Mann aus dem St. Egidiener Ortsteil Lobsdorf saß am Steuer des Müllsammelfahrzeuges, in dessen Laderaum ein Brand ausgebrochen ist.

Wie hat er den Zwischenfall erlebt? Er und sein Kollege sammeln kurz nach der Mittagspause gerade den Plastikmüll aus den Tonnen auf der Geschwister-Scholl-Straße ein. "Es roch plötzlich wie Gummi. Ich bin ausgestiegen und konnte am Heck des Müllfahrzeuges die Rauchwolke sehen", sagt Peter Ende. Ein Moment, in dem die bereits erwähnten Punkte sicher helfen: Er setzt sich ans Steuer, fährt von der Geschwister-Scholl-Straße nach links auf die Crotenlaider Straße. Vor dem "Meerchenwald" befindet sich ein freier und fast unbebauter Bereich. Peter Ende ist zweimal im Monat mit dem Müllsammelfahrzeug in Meerane unterwegs, kennt die Stelle. "Ich habe das Heck geöffnet, den Müll auf der Straße verteilt", sagt Peter Ende. Parallel zum Entladen des Müllfahrzeuges wird der Notruf gewählt. Ein Vorteil: Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr befindet sich (fast) in Sichtweite. 15 Einsatzkräfte rücken aus. Sie löschen den Teil des Mülls, der gebrannt hat, mit 200 Liter Wasser ab und kontrollieren die restlichen Müllberge mit einer Wärmebildkamera.

"Wichtig ist, dass es keine Verletzten gibt und das Müllfahrzeug noch funktioniert", sagt Peter Ende, der den Job seit rund fünf Jahren macht. Sicher nun wieder mit einem etwas mulmigen Gefühl. Die Mitarbeiter wissen nie, was .für Gefahren in den Tonnen lauern. Nach dem Brand in Meerane hat Peter Ende im Müll zum Beispiel Batterien und Spraydosen entdeckt. Sie können sich genauso wie Akkus und Klebstoff bei den Pressvorgängen im Laderaum entzünden.

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