Reichlich Holz für Lichtenstein

Ein Großkonzern spendet für einen Verein, Zaun und Bank setzen ihre Tour durch Lichtenstein fort, ein Hobbyhistoriker hat weiter Großes vor.

Frieder Heinrich (56) betreibt seit 20 Jahren in Lichtenstein eine Generalvertretung der Allianz Versicherung. Auch das Lebenshaus in Lichtenstein gibt es seit 20 Jahren. "Aber nicht nur das verbindet uns. Ich finde das Konzept des Vereins sehr gut", sagt Heinrich. Die Vereinsmitglieder haben sich zum Ziel gemacht, Kinder, Jugendliche und Familien in besonderen, meist schwierigen Lebenslagen, zu begleiten sowie potenzielle Adoptiv- und Pflegefamilien auf die besondere Aufgabe vorzubereiten. Heinrich kennt die Mannschaft des Hauses schon länger. Er hatte bereits vor Corona-Zeiten erfahren, dass die Frauen vom Lebenshaus dringend neue Möbel für ihren Beratungsraum brauchen. "Die alten waren wirklich nicht mehr schön", sagt Geschäftsführerin Silvia Groß. Frieder Heinrich rückte bei Beratungsstellenleiterin Sylvia Schlotte an, bastelte ein Projekt zusammen, mit dem er Mittel aus dem Allianz Kinderhilfsfonds Berlin/Leipzig beantragte. Den Verein, der viele Hilfsprojekt unterstützt, gibt seit 25 Jahren. Dort bewilligte man die 2640 Euro für die Lichtensteiner. Jetzt ist der Raum nun wieder geschmackvoll eingerichtet. Frieder Heinrich kam deshalb in dieser Woche noch mal zum Anschauen und Probesitzen vorbei. Für den Verein sind solche Spenden wichtig. "Denn wir finanzieren uns zu einem Viertel aus Spenden", erklärt Silvia Groß. (hpk)

Die Museumsbank ist seit einigen Wochen stetige Begleiterin des wandernden Bauzauns. Während dieser den Besuchern Wissen und knallharte Fakten zu Lichtensteins ehemaligen Industrieschmuckstücken vermittelt, lädt die weibliche Begleiterin zum Verweilen und Entspannen ein. Museumsleiterin Anne-Sophie-Berner spricht sogar von "Entschleunigung". Der Begriff hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Art Modewort entwickelt. Er stellt eine Art Plädoyer dar - für einen achtsameren Umgang mit der eigenen Zeit und für die Wertschätzung des Hier und Jetzt. Eben dafür ist die Bank gedacht. Die Lichtensteiner sollen einfach Platz nehmen, Ruhe einkehren lassen und hoffentlich auch miteinander ins Gespräch kommen - über das Thema Industriekultur oder auch irgendetwas anderes. Bauzaun und Bank stehen seit dieser Woche an der Pestalozzistraße 36. Wo heute Dachdecker und Fitnesstrainer arbeiten, gab es früher eine Weberei. (akli)

Peter Reinhold ist Leiter des Heimatmuseums St. Egidien und einer von sieben Organisatoren der angedachten 700-Jahr-Feier, die jedoch wegen Corona ausfallen musste. "Nicht kleckern, sondern klotzen" wäre dabei das Motto gewesen. Auf dem Gelände des Heimatmuseums sollte ein komplettes Ritterdorf entstehen. "Wir wollten 1320 nachspielen", sagt Reinhold. In diesem Jahr wurde St. Egidien das erste Mal urkundlich erwähnt. Einige der Requisiten für das ausgefallene Fest, darunter sechs gelaserte Hellebarden sind aktuell noch im Museum gelagert. Ursprünglich sollten die am Ritterdorf mit der Einlasskontrolle beauftragten Wachen mit den Stangenwaffen ausgestattet werden. "Außerdem wollten wir original Schweizer Garde Kostüme bestellen", sagt Reinhold. Die hätte man extra aus Ronneburg kommen lassen. Neben Zelten, einem echten Fallgatter und historisch eingekleideten Rittern sollte es sogar einen Bettler geben, der die Besucher am Eingang des Mittelalterdorfes begrüßt. Doch für das ausgefallene Spektakel gilt das alte Sprichwort: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im nächsten Jahr soll die Feier nachgeholt werden. Dann wahrscheinlich unter dem Motto "700 Jahre plus Eins." (akli )

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.