Sachsenring: Lärmgegner wollen Petition beim Landtag einreichen

Die Bürgerinitiative gibt trotz vieler Enttäuschungen nicht auf. Kommende Woche geht ein Schreiben an den Petitionsausschuss des Parlamentes, in dem sie Forderungen aufstellt.

Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz.

Die Bürgerinitiative gegen den sogenannten Sachsenringlärm hat am Donnerstag in einem Gespräch mit der "Freien Presse" wiederholt schwere Vorwürfe gegen die Betreiber des Verkehrssicherheitszentrums (VSZ) erhoben. Demnach seien im vergangenen Jahr im Anlagenbetrieb an 49 Tagen entgegen der vertraglichen Vereinbarungen die zulässigen Lärmwerte überschritten worden. Martin Hartzendorf, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, informierte weiterhin darüber, dass Anfang kommender Woche eine Petition beim Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages eingereicht werde.

Seit Jahren protestieren viele Einwohner hauptsächlich aus Hohenstein-Ernstthal gegen die vom VSZ verursachte Lärmbelästigung. Laut einer Schätzung sind mindestens 3000 Einwohner aus Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz und Hermsdorf von dem Lärm betroffen. Das Gelände des VSZ befindet sich an manchen Stellen nicht einmal 100 Meter von der Rennstrecke. Zuletzt waren Mitglieder der Bürgerinitiative bei Sitzungen des Stadtrates vertreten, um ihren Unmut zu bekunden. Geändert hat sich an der Situation nichts.

Hartzendorf: "In der Petition führen wir aus, dass wir nahezu ganzjährig an 150 Tagen im Jahr starken Lärmeinwirkungen ausgesetzt sind." Nach Einschätzung der Bürgerinitiative würden die Autos oder Motorräder auf der Teststrecke bis zu 3600-mal je Stunde mit hoher Geschwindigkeit an den Wohngebieten vorbeifahren. Das habe auch Auswirkungen auf die Schadstoffbelastung, die bis jetzt überhaupt noch nicht diskutiert worden sei. Auch das Thema Lärmschutzwände wird in der Petition angesprochen. "Sie erfüllen nur unzureichend ihren Zweck. Das liegt auch daran, dass sie teilweise zu niedrig und zu kurz sowie für die Lärmquellen zu weit entfernt von der Fahrbahn errichtet worden sind", heißt es. Dazu käme, dass die Schutzwände nur einfache Bretterwände seien und mit modernem Lärmschutz nichts zu tun hätten. Bereits in den 1990er-Jahren hatten sich Anwohner mit einer Petition an den Landtag gewandt. Ziel: Der Bau des VSZ sollte wegen des zu erwartenden Lärms unterbunden werden. Die Petition wurde damals abgelehnt. "Mit dem Hinweis", so Hartzendorf heute, "dass die Anlage nur für einen verhaltenen Fahrbetrieb mit Spitzengeschwindigkeiten von 60 km/h vorgesehen sei."

Die Bürgerinitiative will mit der neuen Petition, die kommende Woche abgeschickt werden soll, erreichen, dass die Fahrzeiten eingeschränkt und neue Lärmschutzwände gebaut werden. VSZ-Geschäftsführer Ruben Zeltner sieht die Petition gelassen. "Wir halten uns an die Gesetze", sagte er kurz und knapp zur "Freien Presse".

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1Kommentare
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  • 0
    6
    Lesemuffel
    05.10.2018

    Das Beste wäre doch, man legt die Strecke still. Dann haben alle ihre Ruhe.



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