Schicksalsschläge bremsen Autohaus-Pläne

2016 wollte das Renault-Autohaus Hübner am Sachsenring die Dacia-Sparte separieren. Doch es kam anders.

Oberlungwitz.

In wenigen Wochen soll der Neubau stehen. "Wir rechnen damit, dass wir es bis Ende Mai schaffen, dann sind nur noch die Außenanlagen dran", sagt Bert Hübner, Chef des Renault-Autohauses an der Goldbachstraße in Oberlungwitz. Mit dem Neubau der Verkaufshalle für das Dacia-Segment setzt der Unternehmer eine Forderung des französischen Herstellers um, Renault und Dacia für die Kunden auch optisch zu separieren.

Für die Mannschaft um Bert Hübner war das Unterfangen eine schwere Geburt, die einige Verzögerungen durchgemacht hat. Gleich zwei Schicksalsschläge bremsten die Pläne aus. Das Autohaus hatte den benachbarten Flachbau der Firma EP Semmler an der Goldbachstraße gekauft. Das 56 Meter lange Gebäude schien geeignet, um die Dacia-Sparte auszulagern. Monatelang wurde umgebaut. "Vieles passierte in Eigenleistung." Der Umbau näherte sich Anfang August 2016 langsam dem Ende. Bert Hübner gönnte sich mit Ehefrau Claudia einen Urlaub in den USA. Dort erreichte ihn die schockierende Nachricht: Der Flachbau brennt lichterloh. Anwohner hatten am Abend des 7. August die Flammen bemerkt. Der Flachbau fackelte vollständig ab. Wie sich später herausstellte, hatte ein Defekt in einer alten elektrischen Verteilung den Brand verursacht. Damit lagen die Pläne vom Dacia-Haus auf Eis. "Denn jetzt begann erst einmal der Kampf mit den Versicherungen", erinnert sich Hübner. Wochen vergingen, bis auch die Kripo die Überreste zum Abriss freigab. Bis dahin stand immer noch der Verdacht der Brandstiftung im Raum. Erst im Oktober konnte der Abriss beginnen, die Restarbeiten erfolgten, nachdem die Kälteperiode im April ihr Ende erreicht hatte. Als Hübner mit den Planungen für einen Neubau beginnen wollte, traf ihn selbst ein Schicksalsschlag. Ein kurioser Unfall setzte ihn außer Gefecht. "Beim Transport einer Stechpalme hatte sich mir ein spitzes Blatt in den Gehörgang gebohrt, Trommelfell und Gleichgewichtsorgan zerstört. Ich bin einfach umgefallen, konnte das Gleichgewicht nicht mehr halten", erzählt er.

Torsten Kleditzsch

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Es folgten eine wochenlange Reha. Das brachte erneut Verzug. Erst im Herbst 2017 konnte er mit den Planungen beginnen. Es folgten das Aufarbeiten des Baufeldes und die Anbindung an die Versorgungsträger. Im Frühjahr wurden die Betonplatte gegossen und die 26 Meter lange Halle montiert. Sämtliche technische Anlagen des Neubaus entsprechen den Forderungen des Energieeinsparungsgesetzes. Derzeit sind die Heizung, Lüftung und Elektrik im Bau. Auf den 300 Quadratmetern Fläche ist dann Platz für die komplette Dacia-Modellpalette mit den sechs Grundmodellen. Untergebracht sind ebenso die Verkäufer-Arbeitsplätze. "Wir lagern auch das gesamte Gebrauchtwagengeschäft in den Neubau aus", sagt Bert Hübner. Am Haus stehen außerdem 2500 Quadratmeter Außengelände zur Verfügung. Die Zufahrt vor dem Glasbau wird noch asphaltiert.

Hübner rechnet damit, dass im Juli alles fertig ist. "Wir wollen im Sommer offiziell eröffnen."

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