Trotz Hitze: Solide Bilanz beim Bergfest

Obwohl hohe Temperaturen und Schulanfang die Besucherzahlen etwas drückten, zeigen sich die Veranstalter des 46. Bergfestes zufrieden. Dennoch soll auf dem Pfaffenberg im kommenden Jahr eines anders werden.

Hohenstein-Ernstthal.

Auch am 46. Bergfest auf dem Pfaffenberg ist die Hitze der vergangenen Tage nicht spurlos vorbeigegangen. Vor allem am Mittwoch und Donnerstag seien die Besucherzahlen zurückgegangen, sagt Corinna Weinberger vom Kultur-und Veranstaltungsmanagement der Stadt Hohenstein-Ernstthal. "Bei solchen Temperaturen gehen die Leute lieber ins Schwimmbad", fügt Mitorganisator Klaus Illgen, Chef des Mittelsächsischen Schaustellerverbandes, hinzu. "Insgesamt war es nicht das beste Bergfest bisher, aber bei weitem auch nicht das Schlechteste", so das Fazit des 71-jährigen Veranstaltungsveteranen.

Entschädigung für die etwas mageren Tage gab es vor allem am Samstagabend auf der Freilichtbühne, als die DDR-Legende Karussell mehr als 800 Zuschauern bis ein Uhr nachts einheizte. "Es sah aus, als ob die Leute die vergangenen Tage nachholen wollten", sagt Weinberger, die sich insgesamt zufrieden mit dem diesjährigen Bergfest zeigt.

Trotz des hohen Zuspruchs, den populäre DDR-Bands wie Karussell genießen, möchten die Veranstalter dem Fest jedoch eine Verjüngungskur verpassen. "Bei Hauff und Henkler stehen die jungen Leute zumeist nur ratlos herum", sagt Illgen. Ab Januar wollen sich Stadt und Schausteller daher zusammensetzen und an einem neuen Konzept feilen. Illgen kann sich eine Rammstein- oder AC/DC-Coverband vorstellen. Dass es zumindest an einem Tag mehr "Hippes" und dafür etwas weniger Ostrock und Country geben wird, bestätigt auch Weinberger: "Das Bergfest soll mehr mit der Zeit gehen, wobei wir natürlich weiter an unsere älteren Gäste denken."

Innovatives hat es dieses Jahr unter den insgesamt 42 Ständen und Fahrgeschäften gegeben. Vor allem das Flipperkarussell mit Drehscheibe und rotierenden Gondeln erwies sich als Publikumsmagnet. In mehr als 80 künstliche Welten konnten sich die Besucher am Virtual-Reality-Stand begeben. Ob Achterbahnfahrt durch den Dschungel oder Ausflug ins Weltall - alles möglich dank Videobrille und beweglichen Sesseln. Und das ist nicht nur für die Jüngeren. "Eine 70-jährige Dame konnte sich endlich ihren Traum vom Tauchen erfüllen - Haiangriff inklusive", sagt Standbetreiber Frank Meyer aus Dresden. Bei allen Altersgruppen nach wie vor beliebt: das kunterbunte Kettenkarussell.

Um das leibliche Wohl kümmerten sich unter anderem Heidi Haupt und Heidi Schuhknecht. Mit den anderen Frauen vom Erzgebirgsverein belegten sie von Mittwoch bis Sonntag über 1000 Fischbrötchen.

Und als kleines Trostpflaster für das wegen Brandgefahr entfallene Feuerwerk am Sonntag: Zum Abschluss des Bergfestes sollten Artisten mit Stelzen und leuchtenden LED-Anzügen das Publikum erfreuen. "Wir gehen mit der Zeit", wiederholt Klaus Illgen.

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