Wekal stärkt seinen Standort in St. Egidien

Der Maschinenbauer setzt hauptsächlich auf den Automobilbau als Absatzmarkt, hat aber noch andere Eisen im Feuer. Ständig gesucht sind neue Kollegen.

St. Egidien.

Aus der kleinen Metallbau-Firma Wekal aus Fritzlar in Hessen, die 1977 von fünf Freunden gegründet wurde, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten ein international agierendes Unternehmen. Mittlerweile stehen die Anlagen und Maschinen der Firma überall auf der Welt. Gefertigt werden sie auch in St. Egidien.

1993 zog das Unternehmen nach Westsachsen. Grund für die Ansiedlung waren die VW-Werke in Mosel und Chemnitz. "Wir haben schon vor der Wende eng mit VW zusammengearbeitet und wollten das weiter tun. St. Egidien liegt genau in der Mitte der Werke und ist daher der ideale Standort", sagt Klaus Degenhardt, Geschäftsführer von Wekal.

Derzeit arbeiten 100 Angestellte für den Maschinenbauer in St. Egidien, angefangen wurde mit fünf. Mittlerweile arbeiten sie rund um die Uhr in drei Schichten. Vier Hallen sind in den vergangenen 25 Jahren entstanden, die letzten beiden in der Platanenstraße wurden 2009 fertiggestellt. In Halle drei und vier werden insbesondere Einzelteile für die Maschinen gefertigt, an denen später Golf und Co. in der Endmontage hängen. Doch nicht nur Volkswagen wird mit Montageanlagen beliefert, auch andere Hersteller wie Daimler. Auch in anderen Branchen, wie der Solarindustrie ist das Unternehmen aktiv. Dahin werden beispielsweise Blechkomponenten geliefert.

Meterlang liegen Bleche nebeneinander in fast deckenhohen Regalen und werden auf Schienen zum nächsten Arbeitsschritt gebracht. Dann wird per Laser ausgestanzt und zugeschnitten, gebogen, gefräst und geschweißt. Von da aus gehen die Einzelteile dann in die anderen beiden Hallen an der Buchenstraße, wo sie zu Anlagen verbaut werden.

"Wir stellen unter anderem Palettensysteme, Kettenförderer und Rollenbahnen her", sagt Peter Kretschmer, der Prokurist der Lichtensteiner Niederlassung. Die gehen dann nach Argentinien, Brasilien, in die USA oder nach Russland, derzeit arbeite die Firma an einem großen Projekt in China, wie Degenhardt sagt. Insgesamt 500 Kunden in 26 Ländern beliefert der Anlagenbauer.

Und das lohnt offenkundig. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von rund 10 Millionen Euro in St. Egidien, erwirtschaftet durch die Arbeit von Fachkräften aus der Region. Nach denen wird derzeit aber auch gesucht. "Wir wollen nur im Notfall mit Zeitarbeitern planen. Es ist uns lieber, wenn wir die Leute fest bei uns anstellen können", sagt Kretschmer.

Mit dem erwirtschafteten Geld wird im nächsten Jahr investiert. Das Werk in St. Egidien braucht eine neue Lasermaschine, mit der das Blechschneiden möglich ist. Die kostet eine Stange Geld. "Mit 1 Million Euro kann man da schon planen", sagt Degenhardt. Diese Investition wird 2019 aber kommen und sichert weiterhin den Standort. Man wolle auch personell neue Fachkräfte in die Firma holen, gern auch Frauen, betont der 49-jährige Geschäftsführer. Im Fokus stehe nicht noch mehr Umsatz zu machen, sondern mehr in den Standort zu investieren.

In der Vorweihnachtszeit investieren die Chefs auch außerhalb der eigenen Firma - für den guten Zweck. Am Donnerstag erhielten fünf Kindergärten aus Lichtenstein und St. Egidien jeweils 500 Euro, die für neue Spielzeuge genutzt werden. "Da ist das Geld gut aufgehoben", sagt Kretschmer.

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