Baby wartet auf Spenderherz

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Das Herz des kleinen Rudi aus Reinsdorf ist unheilbar krank. Eltern und Schwester sind bei ihm in Berlin. Damit zur Sorge um ihr Kind nicht noch finanzielle Sorgen kommen, gibt es jetzt eine Spendenaktion.

Reinsdorf/Berlin.

Für Familie Rührold aus Reinsdorf schien das Glück perfekt, als am 21. Mai ihre Zwillinge Rudi und Frieda geboren wurden. "Sie entwickelten sich super", sagt Mutter Loreen. "Doch dann machte ich mir Sorgen um Rudi. Er war sehr ruhig und immer etwas blasser als seine Schwester. Das wurde leider anfangs von den Ärzten nicht ernst genommen."

Dann ging alles ganz schnell. Nachdem ein Ultraschall gezeigt hatte, dass Rudis linke Herzkammer riesig war und schon auf die Lunge drückte, wurde er sofort nach Leipzig ins Herzzentrum gebracht und an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, was erst einmal sein Überleben sicherte. "Wir waren am Boden zerstört angesichts der schlimmen Diagnose, bangten um sein Leben", sagt Vater Philipp.

Zwei Tage später wurde der erst wenige Wochen alte Säugling per Hubschrauber ins Deutsche Herzzentrum nach Berlin geflogen. Dort ging es sofort in den OP. Die einzige Überlebenschance für Rudi bestand darin, sein Herz mit einer Pumpe zu unterstützen. 14 Stunden dauerte die Operation. 14 Stunden des Hoffens und Bangens für seine Eltern. Am Ende gab es die gute Nachricht, dass der Kleine die OP überstanden hat, aber auch die schlechte, dass die rechte Herzkammer ebenfalls bereits chronisch in Mitleidenschaft gezogen wurde, eine Pumpe nicht mehr ausreicht.

"Rudi ist ein Kämpfer", sagen seine Eltern. "Er ist momentan stabil, kommt langsam wieder zu Kräften. In den nächsten Tagen können wir bestimmt erstmals wieder mit ihm an die frische Luft gehen." Doch eine Dauerlösung sind die beiden Pumpen in den Herzkammern nicht. Aus dem kleinen Bauch führen vier Schläuche heraus, die an Maschinen, so groß wie ein kleiner Kühlschrank, angeschlossen sind. Die Pumpen sichern das Überleben des Säuglings, bis ein Spenderherz gefunden ist. Und mit diesen darf er auch nicht aus dem Krankenhaus entlassen werden.

"Wir sind und bleiben bei ihm in Berlin, bis alles überstanden ist", sagt Loreen Rührold. "Rudis Zwillingsschwester Frieda ist bei uns und ganz lieb." Die junge Mutter erzählt, dass sich ihre Schwester inzwischen zu Hause in Reinsdorf um das Haus und die Haustiere kümmert. Auch die Eltern und Schwiegereltern unterstützen, wo sie können.

Viele Menschen, die über Facebook vom Schicksal des kleinen Rudi erfahren haben, helfen ebenfalls. So hat der Förderverein Stadtmanagement Zwickau mit dem Team "Zusammen füreinander!" und sieben Köchen eine Spendenaktion initiiert. "Wir werden am Montag ab 11Uhr auf dem Kornmarkt in Zwickau 500 Portionen Suppe für je fünf Euro verkaufen", sagt Jörg Hempel, einer der Organisatoren. Das Angebot reiche von kalter Gurken-, über Zucchini-Orangen- und Tomaten-Erdbeer-Suppe bis hin zu Kohlrabi- und Rote-Bete-Kokos-Suppe. "Die komplette Summe aus dem Verkauf geht an Familie Rührold", sagt Hempel. Natürlich könnten die Leute gern auch mehr als fünf Euro geben. "Wir sind gespannt, was zusammenkommt", so der Organisator.

Philipp und Loreen Rührold sagen, dass sie sehr dankbar für die Hilfe sind, die sie gerade erfahren. "Und helfen kann man auf vielfältige Weise", sagt Loreen Rührold. "Ich bitte die Menschen, doch einmal darüber nachzudenken, ob sie nicht einen Organspenderausweis beantragen wollen. Umso mehr Menschen sich für einen entscheiden, umso schneller kann Schwerkranken wie unserem Rudi geholfen werden."

Der Suppenverkauf findet am Montag ab 11 Uhr auf dem Kornmarkt in Zwickau statt. Die 500 mit den verschiedenen Suppen gefüllten Gläser kosten je 5 Euro.

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