Nach Zwangspause: Besucher stürmen Verkehrssicherheitstag

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die 22. Auflage war die erste seit 2019. Bis zu 10.000 Gäste kamen zum Sachsenring. Hoch im Kurs standen unter anderem Wasserstoffautos.

Hohenstein-Ernstthal.

Heiko Grafe blickt zufrieden auf den Wagen. "Er hat sich echt gut gefahren", sagt der Mann aus Dresden. Grafe ist am Sonntag extra aus der Landeshauptstadt nach Hohenstein-Ernstthal gefahren, um beim 22. Sächsischen Verkehrssicherheitstag dabei zu sein. Immerhin war die Veranstaltung in den vergangenen beiden Jahren wegen Corona ausgefallen. Die kurze Spritztour mit einem Wasserstoffauto wollte er sich da nicht entgehen lassen. "Im Augenblick fahre ich einen Hybrid", sagt Grafe. "Vielleicht wird das nächste Auto ja ein so eines."

Wasserstoffbetriebene Autos waren am Sonntag einer der Schwerpunkte auf dem Sachsenring. Die Alternative zu E-Autos stieß bei etlichen der 9000 bis 10.000 Besuchern auf großes Interesse. "Viele wollen wissen, wie das mit dem Tanken funktioniert und wie weit man mit einer Füllung kommt", sagt Robert Beyer von der Firma FSD Fahrzeugsystemdaten. Das Unternehmen ist eine Art Dachverband von Tüv, Dekra und ähnlichen Organisationen. Wenn sich jemand mit Wasserstoffautos und den Anforderungen an sie auskennt, dann ist es FSD. "Streng genommen ist ein Wasserstoffauto ein E-Auto, das seinen eigenen Strom herstellt", so Robert Beyer. Verantwortlich dafür ist eine Brennstoffzelle - quasi das Herzstück des Motorraums. Die Reichweite sei mit 500 Kilometern gar nicht schlecht. Freilich ist das Wasserstoff-Tankstellennetz mit 159 Zapfsäulen in Deutschland eher locker geknüpft, räumt Beyer ein. Die nächstgelegene befinde sich immerhin in Meerane.

Direkt neben dem Wasserstoff-Toyota zog ein futuristisch geformter VW die Blicke auf sich und war ein beliebtes Fotomotiv. Die abgerundete Form und die Blenden vor den Hinterreifen ließen den Wagen wie ein zum U-Boot umgeklapptes James-Bond-Auto wirken. Auch die Segways, junge Nachwuchsfahrer auf ihren Sportmotorrädern sowie eine Mini-Eisenbahn zum Mitfahren zogen viele Blicke auf sich. Im Laufe des Vormittags war Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) zu Gast und sprach vor allem über das Thema öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). "Wir wollen 80 Prozent der Sachsen mit einem Angebot zum ÖPNV erreichen", so Dulig unter anderem. "Mit den Plus-Bussen haben wir den ersten Schritt gemacht." Ob es der Minister, Wasserstoffautos oder noch andere Dinge waren - es gab viele Gründe, am Sonntag zum Verkehrssicherheitstag zu kommen. Heiko Grafe aus Dresden nannte eine Motivation, mit der er wohl vielen aus der Seele sprach: "Ich wollte endlich mal wieder auf die Rennstrecke!"

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.