Theater erobert Virtuelle Realität

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Puppentheater und WHZ bringen bekannte Balladen auf VR-Brillen

Zwickau.

Ein Theaterprojekt mit VR-Brille haben das Puppentheater Zwickau und der Fachbereich für Informatik an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) ausgearbeitet. Das Projekt soll die magische Welt der Erzählungen mit Figuren, unabhängig von Ort und Zeit, an Zuschauende in ganz Deutschland bringen.

Das Projekt richtet sich sowohl an Schulklassen als auch Privatpersonen. Ab Ende November können Interessierte auf der Homepage des Puppentheaters die VR-Brillen vorbestellen, kündigt die WHZ an. Alles wird dann nach Verfügbarkeit nach Hause oder in die Klassenräume geliefert. Mitten im Lockdown kam das Puppentheater Zwickau mit der Forschungsidee zu Sven Hellbach, Professor für Informatik, und Silke Kolbig, Professorin für Mathematik. "Wir entwickeln ein Konzept mit zukunftsorientierten Ansätzen, die das Figurentheatererlebnis in einer artificial world immersiv an die Zuschauenden bringt", so erklärt die Direktorin des Puppentheaters Monika Gerboc die Idee. In Videokonferenzen und späteren Sitzungen vor Ort klärten der Informatikprofessor und das Team des Puppentheaters, was möglich ist und welche Partner und Technik es möglich machen könnten. Ziel ist es, Zuschauerinnen und Zuschauer mittels 360 GHad Filmtechnik, 3D und Sonic Raumklang in eine Virtual Reality, also einen Kosmos ohne physikalische Grenzen, zu katapultieren.

Nach der Ausarbeitung des Konzepts ging es mit Hinweisen von Professor Hellbach und der sächsischen Start Up Firma Vrendex, die die Produktion übernommen hat, aktiv in die Verschmelzung der Welten von Figurenspiel und VR-Voraussetzungen. Entwickelt wurde dafür eine nur für den virtuellen Raum konstruierte Erzählweise. Die Produktionsreihe beginnt mit Darstellungen Deutscher Balladen. Die Gedichte, die auch zum intensiven Schulstoff zählen, sollen einprägsam für die Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren, aber ebenso den privaten Haushalt in ästhetischer und immersiver Form nah gebracht werden. Die Ballade "Der Erlkönig" von Johann Wolfgang Goethe soll den Anfang machen. Erscheinen werden nach und nach zwei weitere Balladen: "Die Goldgräber" von Emanuel Geibel und "Melusine" von Georg Trakl. "Es handelt sich um Stücke, nicht länger als 20 bis 30 Minuten, die die Wörter der großen Dichter immersiv und in VR unter die Haut gehen lassen", sagt Gerboc. (emg)

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