Wienerin berichtet über ihre Zwangsarbeit für die Auto-Union in der KZ-Außenstelle in Oederan

Zwickau. Ein bewegendes Zeitzeugeninterview ist seit Montag dauerhaft an der Medienstation im August-Horch-Museum Zwickau zu hören. Helga Pollak-Kinsky, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, hat ihre Geschichte während der NS-Zeit und damit auch ihrer Zeit als Zwangsarbeiterin erzählt.

Als achtjähriges Mädchen erlebte sie in ihrer Heimatstadt Wien den "Anschluss Österreichs" an das Deutsche Reich mit. Es folgten Deportationen nach Theresienstadt und nach Ausschwitz, wo Joseph Mengele über ihr Leben entschied und sie in die Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg nach Oederan schickte. Dort wurde sie gemeinsam mit hunderten anderen Menschen "zur Sklavenarbeit gezwungen".


"Wir haben uns schuldig gemacht", sagte Brian Rampp, Leiter Politik der Audi AG und Projektleiter für die Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Das Unternehmen hat die Zwangsarbeit in einer Studie untersuchen lassen. "Das ist für uns eine große Verantwortung für die Zukunft", sagte er. Das Zeitzeugenprojekt, das neben Zwickau noch in diesem Jahr auch in Ingolstadt zu hören sein soll, gehöre dazu.

Helga Pollak-Kinsky schloss am Montag mit ihrer Vergangenheit endgültig ab. Sie übergab Museumsleiter Thomas Stebich die Blechmarke, die sie in Oederan zu ihrer Identifizierung tragen musste. Stebich: "Sie wird in unsere Ausstellung integriert". (nkd)

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    2
    cn3boj00
    16.07.2018

    Damit ist hoffentlich die Akte Hahn sen. in Chemnitz auch endgültig geschlossen.



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