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Das Foto zeigt ihn am neu ausgebauten Abschnitt der Chemnitzer Straße. Die Fortführung des Projekts zählt zu den wichtigsten Vorhaben der Gemeinde in diesem Jahr.

Foto: Matthias Degen

Ortschef hofft auf Fortschritte beim Bau der Chemnitzer Straße

Gornaus Bürgermeister würde auch beim Breitbandausbau in diesem Jahr gern die Bagger anrollen sehen

erschienen am 12.01.2018

Was würden Sie in Gornau sofort ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten?

Die Eigenständigkeit der Kommune wiederherstellen. Mit dem Personal der Stadtverwaltung Zschopau komme ich zwar gut aus. Aber die Mitarbeiter haben schon allein von Zschopau so viel auf ihrem Tisch liegen, dass für Gornau nicht genug Zeit bleibt. Die in dem Konstrukt der Verwaltungsgemeinschaft anfallende Arbeit ist einfach nicht zu stemmen.

Worüber haben Sie sich im zurückliegenden Jahr in Ihrer Kommune am meisten aufgeregt?

Es ist nicht die eine große Sache, die mich aufgeregt hat. Sondern es sind viele Kleinigkeiten, die sich gehäuft haben. Etwa Baumaßnahmen, die zu lange dauern oder die Totenhalle, die geschlossen werden musste. Mich ärgert, dass manche ihre persönlichen Befindlichkeiten über das Allgemeinwohl stellen und prinzipiell immer die Gemeinde schuld ist, wenn etwas nicht läuft. Die Bürger unterscheiden ja nicht, wer welche Aufgaben in der Verwaltungsgemeinschaft hat.

Und welche Entwicklung macht Sie stolz?

Die Vereinsarbeit in allen drei Ortsteilen. In Gornau sind um die 30 Vereine aktiv, die das sportliche und kulturelle Leben prägen. Besonders gefreut habe ich mich über den Zuspruch zum ersten Widigo-Lauf. Das zeigt mir, dass die Kommune im Bestreben, den Ort attraktiver zu machen, nicht allein dasteht.

Worin sehen Sie für 2018 die größte Herausforderung in ihrer ehrenamtlichen Arbeit?

Den Ausbau der Chemnitzer Straße und die Versorgung der Haushalte mit Breitband sehe ich als große Aufgaben, die es zu meistern gilt. Auch zur geschlossenen Totenhalle müssen wir zu Jahresbeginn eine Entscheidung treffen. Eine Lösung brauchen wir zudem für die Feuerwehr im Ortsteil Gornau. Die Kapazitäten der Fahrzeughalle und des Schulungsraumes reichen nicht mehr aus.

Was sollte möglichst so bleiben, wie es ist?

Die Attraktivität unserer Kindertagesstätten, der Grundschule und des Freibades. Auch das Ärztezentrum und die kleinen Läden in Gornau sind wichtig.

Was würden Sie mit 10 Millionen Euro anfangen, die Ihnen ein Gönner für die Kommune in die Hand drückt?

Ich würde eine große Mehrzweckhalle errichten, in der die Jugend aus dem Ort trainieren kann. Weil die Kapazität nicht ausreicht, müssen die Vereine auch ins Berufsschulzentrum Zschopau ausweichen, wo die Hallennutzungszeiten nicht immer günstig sind. Mit dem anderen Teil des Geldes würde ich einen Erweiterungsbau für die Grundschule finanzieren. Wir bekommen dieses Jahr acht Klassen zusammen. Damit läuft die Schule komplett zweizügig und droht aus allen Nähten zu platzen. Wenn dann noch Geld übrig bleibt, würde ich es in den Straßenbau und in die Feuerwehren stecken.

Über welche Erfolge glauben Sie Ende 2018 berichten zu können?

Prognosen sind schwierig. Wenn man sie macht, dann treffen sie meistens nicht ein. Ich hoffe, dass wir beim Bau der Chemnitzer Straße Fortschritte machen, sich der Breitbandausbau nicht auf das Hin- und Herschieben von Papier beschränkt, sondern dass in diesem Jahr noch die Bagger rollen.

Was wird auch in diesem Jahr nicht zu schaffen sein?

Den Neubau einer Trauerhalle werden wir dieses Jahr nicht hinbekommen. Bei den Feuerwehren bleiben wir zwar am Ball, aber die Ausstattung wird auch 2018 noch nicht optimal sein.

Was wünschen Sie sich für 2018 von der großen Politik?

Eine neue Bundesregierung wäre schon mal schön. Aber im Ernst: Die Verteilungsprozeduren für Fördermittel werden immer komplizierter. Viele Firmen haben keine Lust mehr, sich an Ausschreibungen von Bauprojekten zu beteiligen. Da müsste dringend was geändert werden. Zudem sprechen wir von Steuereinnahmen auf Rekordniveau. Aber in den Kommunen scheint davon zu wenig anzukommen.

Und was sollte in Sachsen besser laufen?

Referendare sollten wenigstens ein ganzes Schuljahr an einer Lehrstätte eingesetzt werden. Jetzt sind sie schon nach einem Vierteljahr wieder weg, und die Kinder müssen sich an einen neuen Lehrer gewöhnen.

Nico Wollnitzke

ist ehrenamtlicher Bürgermeister von Gornau und seit Herbst 2015 im Amt. Davor war er für zwei Wahlperioden im Gemeinderat, seit zwölf Jahren ist er in der Ortsfeuerwehr aktiv. Wollnitzke führt eine Gartenbau- und Baumpflegefirma.

 
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