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Hund Scharik, Bär Mischka und Katze Kotofeja helfen Wassilissa (vorn, 2. v. r.) und ihrem jüngsten Sohn Iwanuschka (links stehend), die schrill im 80er-Look daherkommende Hexe Babajaga zu besiegen.

Foto: Franko MartinBild 1 / 2

Neuberin-Ensemble zeigt "Die verzauberten Brüder"

Ab 15. Dezember ist das Weihnachtsmärchen für die ganze Familie im Neuberinhaus zu sehen. Dabei wirbelte ein schlimmer Unfall alles durcheinander.

Von Gerd Betka
erschienen am 07.12.2017

Reichenbach. Das Neuberin-Ensemble bringt zum Jahresausklang im Neuberinhaus Reichenbach wieder ein Märchen auf die Bühne: "Die verzauberten Brüder" von Jewgeni Schwarz.

Das Weihnachtsmärchen hat seit 2011 Tradition. "Der nackte König", "Die zwölf Monate", "Eine Weihnachtsgeschichte", "Frau Holle", "Die Bremer Stadtmusikanten" und "Pinocchio" wurden aufgeführt. Doch 2017 drohte, zum verflixten siebten Jahr zu werden. In den Oktoberferien erlitt Regisseur Christoph Herrmann vom Reichenbacher Verein Ars Popularis mit seiner Familie auf dem Weg nach Frankreich einen schweren Unfall. Lkw gegen Wohnmobil. Immerhin haben alle überlebt. Doch an Theater ist bis auf Weiteres nicht zu denken. Die letzten Aufführungen der Komödie "Miau! oder ein Kater trägt Stiefel" im Rahmen der Neuberin-Theatertage bestritt das Ensemble Ende Oktober allein. Doch für das neue Weihnachtsmärchen war guter Rat teuer.

Anfang November übernahm Christian Hanisch das Ruder. Der Künstlerische Leiter der Cammerspiele Leipzig studierte Ethnologie und Kommunikations- und Medienwissenschaft, gründete 2011 die Leipziger Theatergruppe DAS ÜZ und produzierte unter diesem Label zahlreiche Theaterstücke und Performances. Für die Arbeiten "Dreck!" (2006) und "Dark Star - fight the bomb, fight the crisis" (2014) erhielt er den Leipziger Bewegungskunstpreis. Einige werden ihn womöglich vom Greizer Theaterherbst kennen, wo er mehrere Werkstätten leitete.

Annett Geinitz, Projektmanagerin bei Ars Popularis, habe die Produktionsleiterin der Cammerspiele, eine gute Bekannte, angerufen, erzählt Hanisch. "Die Frage war, ob ich Zeit hätte, in dem Märchen in Reichenbach Regie zu führen. Ich hatte", sagt er. Zwar kannte er weder das Team noch das Stück. Doch am 6. November kam er das erste Mal nach Reichenbach. Sein erster Eindruck war der beste: "Das Neuberin-Ensemble und alle rund ums Haus sind super engagiert. Die haben alle Bock und brennen darauf, ein tolles Stück auf die Bühne zu bringen. Das macht Spaß." Seither ist Hanisch die halbe Woche im Vogtland und die andere halbe in Leipzig.

Zusammen mit Jakob Seidel, der ein Praktikum am Neuberinhaus absolviert und die Regieassistenz übernahm, kürzte und strich Hanisch am Originaltext. "Es soll ja nicht so lang sein", sagt er. Grundsätzlich aber bleibt es bei dem Plot, den der russische Schriftsteller Jewgeni Schwarz (1896-1958), der mit seinen Märchen die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit anprangerte, erdachte: Wassilissa sucht ihre zwei Söhne Fiodor und Jegoruschka. Die Hexe Babajaga hat die beiden in Bäumchen verwandelt. Aber Wassilissa lässt sich nicht so leicht einschüchtern. Und mit der Hilfe ihres jüngsten Sohnes Iwanuschka, mit dem Bären Mischka, dem Hund Scharik und der Katze Kotofeja gelingt es ihr, die Hexe zu überlisten.

"Die Tiere werden keine Masken tragen und auch nicht auf allen Vieren laufen", sagt der Regisseur. Lediglich charakteristische Kleidungsstücke werden verwendet. Der Bär trägt Pelz, der Hund eine Schapka, die Katze weiße Handschuhe. Und was Babajaga angeht, so habe man eine "kreative Lösung" gefunden. "Die Hexe ist bei uns eher schrill, in Pink und Rosa", sagt Christian Hanisch. Mitunter sei das Stück sehr düster. Doch das Gruselige wechsele sich munter mit Lustigem ab. "Die Kinder werden es mögen", hofft er. Das Bühnenbild entstand komplett im Neuberinhaus. Licht- und Soundeffekte soll es geben. Und dazu live einen Akkordeonspieler auf der Bühne.

Bei der Rollenbesetzung gab es noch ein wenig Hin und Her. Die acht Laienschauspieler, die nun das Stück um Mutterliebe aufführen, die alle Mächte des Bösen besiegt, sind Sylke Mothes, Simone Völkel, Ute Riemenschneider, Dirk Husse, Felix Burghardt, Sylvia Lehnigk, Sina Schubert und Hannes Voigt. Für Technik und Bühne zeichnen Ronald Böhm, Ulrich Wagner und Gregor Steps verantwortlich.

Weihnachtsmärchen "Die verzauberten Brüder", Neuberinhaus Reichenbach. Vorstellungen: 15. Dezember, 17 Uhr; 16./17. Dezember, 15 Uhr; 19. Dezember, 10 und 17 Uhr; 20. Dezember, 10 Uhr; 21. Dezember, 9 und 17 Uhr. Tickets: Kinder 4,50 Euro, Erwachsene 8,50 Euro, Gruppe ab 10 Kindern je 3,50 Euro. Tickets: Ruf 03765 12188.

 
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